
Umfrage zeigt mehr aggressives Verhalten am Steuer
Mehr als jeder zweite Autofahrer gibt laut einer neuen Umfrage der Unfallforschung der Versicherer an, dass er sich nach Ärger über andere Verkehrsteilnehmer erst einmal abreagieren muss. Fast die Hälfte sagt außerdem, dass sie zumindest manchmal drängelt, wenn jemand vor ihnen zu langsam fährt. 2016 lag dieser Wert noch bei 29 Prozent. Neben aggressivem Verhalten bleibt auch Ablenkung im Straßenverkehr ein Thema. Rund jeder fünfte Autofahrer nutzt laut Umfrage während der Fahrt zumindest gelegentlich soziale Medien. Auffällig ist außerdem, dass viele ihr eigenes Verhalten als rücksichtsvoll bewerten und Fehler vor allem bei anderen Verkehrsteilnehmern sehen.
Bochumer Polizei beobachtet ähnliche Entwicklung
Die Bochumer Polizei bestätigt auf Anfrage, dass sie im Alltag mehr Aggressionen wahrnimmt. Das betreffe nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch andere Einsatzlagen. Im Verkehr reiche das laut Polizei von Nötigung über Gefährdung anderer bis hin zu riskantem Beschleunigen oder verbotenen Autorennen. Genaue Zahlen zu solchen Vorfällen konnte die Bochumer Polizei nicht nennen. Verstöße würden aber konsequent verfolgt. Gleichzeitig rät die Polizei dazu, im Straßenverkehr rücksichtsvoll zu fahren, auf andere zu achten und in angespannten Situationen eher nachzugeben als zu eskalieren.
Verkehrspsychologin: Die eigene Wahrnehmung spielt mit
"Wir nehmen solche Situationen sehr schnell persönlich und unterstellen dem Anderen eine Absicht. Dann kann aus einem kleinen Ärgernis schnell ein größerer Konflikt werden." - Verkehrspsychologin Iris Venn.
Die Bochumer Verkehrspsychologin Iris Venn erklärt, dass die Aggressionssteigerung im Verkehr aber nicht daran liegt, dass die Menschen grundsätzlich aggressiver geworden sind. Vielmehr können schwierige Verkehrsbedingungen wie dichter Verkehr und viele Baustellen, sowie der eigene Stress dazu beitragen, dass die Stimmung im Straßenverkehr angespannter ist.