
Agit Kabayel in Bochum gefeiert: WBC-Weltmeister kündigt nächsten Kampf noch 2026 an
Bochum feiert seinen Weltmeister: Agit Kabayel hat sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen und seinen WBC-Weltmeistergürtel offiziell überreicht bekommen. Vor zahlreichen Fans am Bochumer Rathaus sprach der Schwergewichts-Champion auch über seine sportliche Zukunft. Seine erste Titelverteidigung soll noch in diesem Jahr stattfinden. Schon in der kommenden Woche könnte der Gegner feststehen.
Veröffentlicht:
Kabayel: Gegner für ersten WM-Kampf könnte bald feststehen
Die wichtigste Nachricht für Boxfans gab es abseits der großen Feier: Agit Kabayel will seinen WBC-Weltmeistertitel noch 2026 erstmals verteidigen. Ursprünglich war ein Kampf bereits für den Herbst im Gespräch. Die Suche nach einem Gegner habe sich allerdings schwieriger gestaltet als gedacht.
„Die Verzögerung hat stattgefunden, weil wir mit so vielen Gegnern in der Verhandlung waren“, sagte Kabayel im Interview mit Radio Bochum. Viele der großen Namen im Schwergewicht seien derzeit anderweitig gebunden.
Auch WBA-Weltmeister Murat Gassiev sei als möglicher Gegner im Gespräch gewesen. Zu einer Einigung sei es bislang aber nicht gekommen. Nun scheint Kabayels Team einer Lösung näherzukommen.
„Wir sind kurz davor, eine Sache zu finalisieren. Ich hoffe, dass wir nächste Woche den Gegner schon verkünden können“, sagte Kabayel.
Eines steht für den Bochumer bereits fest: Er will 2026 noch in den Ring.
„Ich will dieses Jahr boxen. Ich habe gesagt: Ich will zumindest einmal meinen Titel verteidigen.“
Vom Herausforderer zum Gejagten
Für Kabayel hat sich mit dem WBC-Titel auch seine Position im internationalen Schwergewicht verändert. Jahrelang musste der Bochumer selbst auf die großen Kämpfe warten. Jetzt besitzt er einen der wichtigsten Gürtel im Profiboxen.
Auf seine neue Rolle angesprochen, antwortete Kabayel mit einem Lächeln: „Ich muss nicht mehr jagen. Die Beute kommt zu mir selber.“
Langfristig soll es für ihn noch weiter nach oben gehen. Auch in seiner Familie ist der nächste große Wunsch bereits klar formuliert. Sein Bruder Dogan Kabayel hofft auf die Vereinigung der großen WM-Titel.
„Ich wünsche ihm die Vereinigung von allen Titeln. Das ist sein nächster Wunsch, sein nächster Traum.“
Agit Kabayel trägt sich ins Goldene Buch von Bochum ein
Bevor es um den nächsten Kampf ging, stand am Samstag aber erst einmal Bochum im Mittelpunkt. Kabayel trug sich als Schwergewichts-Weltmeister ins Goldene Buch seiner Heimatstadt ein.
Für ihn hatte dieser Moment eine besondere Vorgeschichte. Bei einem früheren Termin im Rathaus hatte er sich noch ins Gästebuch eingetragen. Schon damals machte Kabayel deutlich: In Bochum sei er kein Gast.
„Bochum ist meine Heimat“, sagte Kabayel. Für einen Platz im Goldenen Buch müsse er erst Schwergewichts-Weltmeister werden. Sein Kommentar jetzt: „Gesagt, getan.“
Dass einmal so viele Menschen in Bochum zusammenkommen würden, um seinen Erfolg zu feiern, habe er sich als Junge aus Wattenscheid nicht vorstellen können.
„Niemals. Das hätte ich mir niemals zugetraut“, sagte Kabayel. „So viele Freunde, so viele Familie, so viele Leute, die mich auf meinem Weg begleitet haben, sind jetzt hier.“
Seinen Erfolg sieht der Weltmeister dabei nicht nur als persönliche Geschichte. „Ich denke, wir waren am Ende des Tunnels für so viele Menschen das Licht. Wir sind eine große Motivation für viele.“
Familie Kabayel: „Bei uns kommen die Tränen runter“
Wie lang der Weg bis zum Weltmeistertitel war, wurde bei der Feier auch in den Gesprächen mit Kabayels Familie deutlich.
Seine Tante Besime Özdek erinnerte sich an schwierige Jahre und die Sorgen der Familie während seiner Kämpfe. Kabayel habe sich trotz zahlreicher Hindernisse seinen Weg immer wieder selbst freigemacht.
Heute überwiegt der Stolz. Gleichzeitig seien die Kämpfe für die Familie weiterhin emotional schwer auszuhalten.
„Wenn wir im Fernsehen sitzen, die anderen sagen: Schlag, Schlag, hau, hau. Aber bei uns kommen die Tränen runter“, sagte sie.
Besonders emotional beschrieb auch Kabayels Bruder Dogan den WM-Titel. Jahrelang habe er bei Sternschnuppen oder beim Auspusten der Geburtstagskerzen immer denselben Wunsch gehabt: Agit solle Weltmeister werden.
„Ich habe eine Tochter, die sogar vier Jahre alt ist. Ich habe nichts für sie gewünscht, nur für Agit, dass er Weltmeister wird. Und wir haben es geschafft.“
Fans feiern ihren Weltmeister in Bochum
Auch unter den Fans war die Verbundenheit mit Kabayel deutlich zu spüren. Einige waren bereits seit Jahren dabei, andere waren extra nach Bochum gereist.
Fan Marvin aus Wattenscheid erzählte Radio Bochum, dass er bereits vor rund zehn Jahren ein Foto mit Kabayel gemacht habe.
„Und jetzt nach zehn Jahren stehe ich hier und der ist Weltmeister.“
Fan Dustin bezeichnete die Feier als „historischen Moment“. Einen Weltmeister in der eigenen Stadt feiern zu können, sei „ein Privileg“.
Besonders emotional reagierten auch junge Fans nach einem persönlichen Treffen mit Kabayel. Eine junge Besucherin sagte: „Ich hab fast geweint, weil es halt mein Lieblingsboxer ist.“
Bochums Oberbürgermeister: „Ein Bochumer Junge hat es an die Spitze geschafft“
Auch Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat zeigte sich stolz auf den Schwergewichts-Weltmeister.
„Ein Bochumer Junge hat es jetzt mit der offiziellen Übergabe des WBC-Schwergewichtsweltmeistergürtels an die Spitze geschafft“, sagte Lukat.
Kabayel sei außerdem ein starkes Aushängeschild für die lange Boxtradition in Bochum. Bei zukünftigen Titelverteidigungen werde es nach Angaben des Oberbürgermeisters sicherlich weitere Anlässe geben, die Erfolge des Bochumers zu feiern.
Wann und gegen wen Agit Kabayel seinen WBC-Titel erstmals verteidigt, ist noch offen. Die entscheidende Nachricht könnte allerdings schon bald folgen: Kabayel hofft, seinen nächsten Gegner bereits in der kommenden Woche bekanntgeben zu können.

