Alles zum Verfahren um Raubmord in Kappskolonie

Für den Prozess wurden insgesamt elf Verhandlungstage angesetzt. Unser Gerichtsreporter Tom Eder ist immer dabei - hier informieren wir über den aktuellen Stand.

© FUNKE Foto Services/Olaf Ziegler

Donnerstag, 27. Januar 2020

Im Prozess um den Raubmord in der Kappskolonie kann sich einer der Zeugen jetzt doch wieder erinnern. Allerdings erst nachdem ihm der Staatsanwalt gedroht hat, ihm könne ein eigenes Verfahren wegen Falschaussage drohen. Noch am letzten Verhandlungstag hatte der Mann behauptet, sich an nichts mehr erinnern zu können. Konkret ging es darum, ob der Hauptangeklagte ihm einen Tipp gegeben hat, wo es Gold und viel Geld zu holen gibt. Daran konnte er sich heute dann doch wieder erinnern. Allerdings wusste er nicht mehr, ob es sich dabei um das Haus des Getöteten in der Kappskolonie gehandelt hat.

Am 10. Februar ist der nächste Verhandlungstag - dort sollen allerdings ein paar Urkunden verlesen werden.


Bilder zum Geschehen

Mittwoch, 08. Januar 2020

Eigentlich sollen zwei Zeugenaussagen den Fall weiterbringen. Vor allem von einem Zeugen hatte sich die Staatsanwaltschaft etwas versprochen. Einer der Angeklagten soll schon mal versucht haben, ihn zu überzeugen bei einem Raub mitzumachen. Beide Zeugen konnten sich, als sie aussagen sollten, aber plötzlich nicht mehr erinnern. Zumindest bei dem Belastungszeugen ist die Staatsanwaltschaft sehr skeptisch und hat ihn aufgefordert sich nochmal genau zu überlegen, ob er sich wirklich nicht erinnern kann (hier wird eine Falschaussage vermutet). Am 27. Januar ist der nächste Verhandlungstag. Dann muss der eine Zeuge noch mal in den Zeugenstand.

Mittwoch, 04. Dezember 2019

Im Prozess um den Mord in der Kappskolonie stützt eine erste DNA-Untersuchung die Aussage des Hauptangeklagten. Der hatte in seiner schriftlichen Aussage behauptet, er sei zwar an dem Raub beteiligt gewesen, aber der mittlerweile in Polen verhaftete Komplize habe den Mord alleine begangen. Er habe davon nichts mitbekommen.

Es geht um Hautzellen, die mittels einer Klebefolie vom Opfer gesammelt worden waren. Darauf wurden rund 300 Hautpartikel gefunden. Die meisten stammen von dem in Polen verhafteten Mann, außer denen, die von der Opferseite kommen. Und dann gibt es noch zwei Partikel, die vom Hauptangeklagten stammen könnten. Für eine Überführung reicht das bei weitem nicht aus, da die geringe Zahl gegen eine Direktübertragung spricht. Der Prozess geht im Januar weiter.

Donnerstag, 28. November 2019

Der 5. Verhandlungstag hat nichts ergeben - am Mittwoch, den 04. Dezember, ist der nächste Verhandlungstag.

Donnerstag, 14. November 2019

Heute haben die Verteidiger der beiden Angeklagten Erklärungen verlesen. Demnach hat der im Auto wartende Angeklagte mitbekommen, dass in dem Haus etwas passiert. Was genau, habe er aber nicht gewusst. Der Verteidiger des anderen Angeklagten hat erklärt, sein Mandant habe mit dem Tod des Opfers nichts zu tun. Das sei Sache des dritten Mannes, der noch in einem polnischen Gefängnis in Haft sitzt. Der habe einen Kampf mit dem Opfer gehabt. Er selbst habe das Opfer nur am Boden liegen sehen, sich aber nicht weiter darum gekümmert. Nächster Verhandlungstag ist am 28. November.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Der zweite Verhandlungstag verlief relativ ereignislos. Dafür wurde eine interessante Ankündigung gemacht: am nächsten Verhandlungstag würden beide Angeklagten eine schriftliche Erklärung zur Tat über ihre jeweiligen Anwälte verlesen lassen. Dazu ist erklärt worden, dass der dritte, bis vor kurzem noch flüchtige, Täter geschnappt wurde und sich aktuell in Polen in Haft befindet. Das Auslieferungsverfahren ist angelaufen.

Montag, 28. Oktober 2019

Beim Prozessbeginn um den Raubmord in der Kappskolonie ist nur die Anklage verlesen worden. Keiner der beiden Männer wollte etwas zu den Vorwürfen sagen. Die Anklage hat aber einige weitere Einzelheiten der Tat geschildert. Demnach waren drei Männer daran beteiligt. Der Dritte ist noch nicht gefasst worden. Vor Gericht stehen jetzt der mutmaßliche Mörder und der Fahrer, der die ganze Zeit im Wagen gesessen haben soll – er ist deshalb auch nur wegen schweren Raubes angeklagt.

Mit viel Anteilnahme von Nachbarn und Angehörigen hat das Verfahren um den Raubmord in der Kappskolonie begonnen. Sie stellten sich den schrecklichen Einzelheiten, die die Staatsanwaltschaft in der Anklage zusammengefasst hat. Auf eine Erklärung der beiden 24 und 37 Jahre alten Angeklagten warteten sie aber vergebens. Die Eindrücke unseres Gerichtsreporters Tom Eder, der bei der Verhandlung dabei war:

Die beiden mutmaßlichen Täter haben geschwiegen und das wird womöglich auch so bleiben. Für die Nachbarn und speziell für die Angehörigen ist das natürlich sehr unbefriedigend und enttäuschend. Sie müssen die Details ertragen, zum Beispiel wie das Opfer mit Klebeband gefesselt und geknebelt wurde. Dem Mann wurden Augen, Nase und Mund verklebt. Er hatte kaum eine Chance. Sein Flehen, er bekomme keine Luft, soll die Angeklagten kalt gelassen haben. Eine Erklärung dazu gab es zumindest vorerst nicht.

© Radio Bochum

Im vergangenen Februar sollen die Angeklagten einen 68-jährigen Rentner in seinem Haus in Hordel überfallen und getötet haben. Sie sollen den Mann dermaßen fest mit einem Klebeband geknebelt haben, dass er erstickt ist. Seine Freundin, die zur Tatzeit auch im Haus war, blieb bei dem Unfall körperlich zwar unverletzt. DNA-Spuren hatten die Polizei schließlich zu den Angeklagten geführt, die Ende April festgenommen worden sind.

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