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Winter in Niederösterreich
© Helmut Fohringer/APA/dpa
Am Freitagmorgen war rund um Wien Schneeschippen angesagt.
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Auf Schneechaos und Glätte folgt milde Luft

Der Schnee hat wieder einmal den Verkehr in der Luft und am Boden im Süden lahmgelegt. Doch am Wochenende steigen die Temperaturen wieder deutlich. Zuvor kann es in der Nacht noch einmal glatt werden.

Veröffentlicht: Freitag, 20.02.2026 14:16

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Wetter

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München/Wien/Offenbach (dpa) - Erst heftige Schneefälle, dann der nächste Winterumschwung: In Deutschland kündigt sich nach zahlreichen Flugausfällen und Unfällen bereits der nächste Wetterwechsel an. Während der Winter am Freitag vor allem in Bayern und Österreich noch einmal für erhebliche Behinderungen sorgte, stellt sich zum Wochenende bundesweit deutlich mildere Luft rein. Zuvor warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) allerdings noch einmal vor Glätte in der kommenden Nacht.

In der Nacht droht erneut Glätte

Bis zum Abend lässt der Schneefall nach Angaben des DWD an den Alpen nach. In der Nacht zum Samstag kann es jedoch vor allem in den Mittelgebirgen und erneut im Alpenraum noch einmal schneien. Erwartet werden ein bis fünf Zentimeter Neuschnee ab etwa 400 bis 600 Metern. In der Osthälfte Deutschlands ist vorübergehend auch in tieferen Lagen leichter Schneefall möglich.

Zudem rechnen die Meteorologen gebietsweise mit gefrierendem Regen – etwa östlich einer Linie Ostholstein–Harz–Schwäbische Alb. «Das bedeutet wie so häufig dieser Tage Einschränkungen im Straßen- und Schienenverkehr», sagte DWD-Meteorologe Thorsten Kaluza. Auch für Fußgänger und Radfahrer könne es glatt werden.

Am Wochenende wird es deutlich wärmer

Ab Samstag setzt sich dann zunehmend mildere Luft durch. Während im Nordosten am Freitag noch Dauerfrost herrschte, werden am Wochenende bundesweit deutlich höhere Temperaturen erwartet. Die Höchstwerte liegen am Samstag zwischen 8 und 12 Grad, am Sonntag sind örtlich bis zu 15 Grad möglich. «Am Sonntag findet man kaum noch Maxima unter 10 Grad Plus», sagte Kaluza.

Mit der milderen Luft kommt allerdings auch wechselhaftes Wetter: In rascher Folge ziehen Tiefausläufer mit Regen über Deutschland hinweg. Laut DWD könnten die Niederschläge regional auch relevant für mögliche Warnungen werden. Wo noch Schnee liegt, kann zusätzlich Schmelzwasser abfließen.

Chaos an Flughäfen in München und Wien

Am Münchner Flughafen kam es erneut zu Verspätungen und Streichungen. Mittlerweile seien die Beeinträchtigungen durch das Wetter jedoch überwunden, sodass Starts und Landungen wie geplant liefen, sagte ein Sprecher am Nachmittag. Am Donnerstag war es den Angaben zufolge zu 100 Annullierungen gekommen, am Freitag zu rund 50. Wegen besserer Wetteraussichten seien am Wochenende keine Beeinträchtigungen mehr zu erwarten.

In Wien war der Flugbetrieb wegen rund 20 Zentimetern Neuschnee in der Nacht vorübergehend eingestellt worden. Mehr als 150 Flüge wurden gestrichen. Gegen Mittag nahm der Airport den Betrieb wieder auf, Verspätungen und weitere Ausfälle seien jedoch nicht ausgeschlossen.

Der Winterdienst sei seit Donnerstagabend durchgehend im Einsatz, hieß es. Etwa 1.000 Lastwagen-Ladungen mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee seien bisher beseitigt worden.

Wetterchaos in Bayern

Auch auf den Straßen kam es zu zahlreichen Einsätzen – vor allem in Oberbayern und Schwaben rückten die Einsatzkräfte vermehrt aus, wie die Polizeipräsidien mitteilten.

Allein im südlichen Oberbayern habe es rund 75 Einsätze wegen Schneefalls und Glätte gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Häufig blieb es bei Unfällen mit Blechschäden. Insgesamt zwölf Menschen wurden demnach leicht verletzt. Mal stießen die Autofahrer gegen die Leitplanke, mal landeten sie im Graben. Außerdem war Schneebruch ein Problem: Mehrere Bäume stürzten dadurch auf die Straßen.

Auch im Norden Oberbayerns gab es laut einem Sprecher in der Nacht mehr Unfälle als sonst. Eine genaue Anzahl gab er nicht an. Es gebe aber keine Verletzten.

Schwerer Unfall am Münchner Autobahnring

In Unterfranken hingegen beruhigte sich die Lage noch am Donnerstagabend, wie ein Sprecher erklärte. Bis dahin rückten die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Unterfranken demnach allerdings zu mehr als 100 Einsätzen aus. In der Nacht sei nichts mehr dazugekommen.

Zu einem schweren Unfall war es am späten Donnerstagabend am Münchner Autobahnring gekommen. Ein Familienvater fuhr von der A99 bei Aschheim auf einen Parkplatz ab, kam von der winterlichen Fahrbahn ab und prallte gegen einen geparkten Sattelzug. Das Auto schob sich unter den Auflieger des Lastwagens. Der 51 Jahre alte Fahrer, seine 47-jährige Ehefrau und ihre zehn Jahre alte Tochter kamen schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Lawine schiebt Bus von der Straße

Im österreichischen Bundesland Tirol wurde ein Bus, der Firmenangestellte zu ihrem Unternehmen bringen sollte, von einer Lawine erfasst und von der Straße geschoben. Keiner der zwölf Insassen sei verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

Bereits am Donnerstag war ein Münchner Autofahrer in Österreich mit einem Räumfahrzeug kollidiert und mit seinem Auto 30 Meter in steilem Gelände abgestürzt. Der 52-Jährige war mit seiner 17 Jahre alten Tochter bei Sölden auf einer schneebedeckten Straße bergab unterwegs, wie die Polizei mitteilte. In einer Linkskurve kam ihm das Räumfahrzeug entgegen, wobei ihr Auto mit diesem kollidierte. Bei dem Absturz wurden der Fahrer schwer und die Tochter leicht verletzt. Obwohl bei schneebedeckter Straße auf der Route Schneeketten Pflicht seien, seien beim Unfallfahrzeug keine montiert gewesen, hieß es.

Rund 30.000 Haushalte in der Steiermark ohne Strom 

In der Steiermark waren rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Dort waren nach einer Störungsübersicht der Energienetze Steiermark viele Trafo-Stationen ausgefallen.

Auch auf Bahnstrecken machte sich das Winterwetter bemerkbar. So fiel auf der Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck ein Baum auf die Gleise und beschädigte die Oberleitung. Die Züge aus München endeten deshalb vorzeitig am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen.

Hohe Lawinengefahr in vielen Wintersportregionen 

In Norditalien wurde derweil ein weiterer tödlicher Lawinenabgang gemeldet. Ein 54-Jähriger war nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstagnachmittag mit einer Gruppe weiterer Deutscher auf einer Skitour auf 2.550 Metern Höhe in der Nähe der Gemeinde Saint-Nicolas im Aostatal an der Grenze zu Frankreich unterwegs, als es zu dem Unglück kam.

Zwei Skitourengeher wurden verschüttet, einer von ihnen starb nach Ansa-Angaben später im Krankenhaus an den Folgen der Unterkühlung. Angesichts ergiebiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen Wintersportregionen Europas derzeit hoch. In den vergangenen Tagen gab es auch in Österreich, Frankreich und der Schweiz mehrere tödliche Unglücke.

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© dpa-infocom, dpa:260220-930-712248/2
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Winter in Wien - Flughafen Schwechat
© Unbekannt/FLUGHAFEN WIEN/APA/dpa
Starker Schneefall bremst den Verkehr am Flughafen Wien aus.
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Winter in Wien
© Georg Hochmuth/APA/dpa
Die Straßen in Wien präsentieren sich weiß.
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Winterwetter in Bayern
© Lukas Barth-Tuttas/dpa
Auch in Bayern - wie hier in München - hat es stark geschneit.
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Winterwetter in Norddeutschland
© Jens Büttner/dpa
Auch im Norden Deutschlands zeigten sich weiter dicke Schneedecken.
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