
Joey aus Bochum genießt die Ruhe allein auf der Alm
Während viele in den Sommerferien zum Wandern in die Berge fahren, arbeitet der Bochumer Joey Fulgenzi dort, wo andere Urlaub machen. Der 36-Jährige verbringt zwei Monate auf einer Schweizer Alm – ganz allein mit 166 Walisischen Schwarznasenschafen. Es ist bereits das vierte Mal, dass er diesen außergewöhnlichen Job übernimmt.
Den Job auf der Alm hat Joey über eine Internetplattform für Almjobs gefunden. Warum er sich immer wieder dafür entscheidet?
"Weil ich das genieße, für zwei, drei oder vier Monate raus zu sein und etwas ganz anderes zu machen als das, was ich sonst tue. Dieses Kontrastprogramm zu haben und in Bewegung zu bleiben. Danach zurückzukommen und zu schauen, was in der Zeit passiert ist und was die Leute so erzählen.“
Der Arbeitstag startet früh. Jeden Morgen gegen 6:30 Uhr kontrolliert Joey zunächst, ob es allen Tieren gut geht.
"Ich schaue, wie sie die Nacht überstanden haben, ob der Wolf da war – wir sind hier im totalen Wolfsgebiet. Ob es Erkrankungen oder andere Wehwehchen gibt. Wenn alles in Ordnung ist, geht es auf die Weide.“
Danach grasen die Schafe, während Joey frühstückt und die Elektrozäune kontrolliert. Immer wieder schaut er nach der Herde. Am Abend treibt er die Tiere zurück zu ihrem Schlafplatz.
Joey aus Bochum springt in den See - die Lämmer auch
Während der zwei Monate lebt Joey allein auf der Alm. Dafür stehen ihm zwei Hütten zur Verfügung: eine größere mit fließendem Wasser und Toilette sowie eine kleinere, mobile Hütte direkt in der Nähe der Schafe.
"Ich kann in beiden kochen und schlafen. In der großen habe ich fließend Wasser und ein Klo. Und wenn ich mich waschen muss, springe ich in den See. Es ist echt einfach und naturnah – und ich finde es richtig geil.“
Langweilig wird es auf der Alm nicht. Manchmal erlebt Joey Situationen, die ihm noch lange in Erinnerung bleiben.
"Es sind mir mal zwei Lämmer in den See gesprungen – bei Nebel und abends gegen 20 Uhr. Ich bin hinterher, total bescheuert in den Wollklamotten. Eins konnte ich sofort rausfischen, das andere erst später. Dabei bin ich fast selbst ertrunken. Am Ende ging aber alles gut aus und wir waren beide froh.“
Obwohl Joey die meiste Zeit allein mit den Schafen verbringt, fühlt er sich nicht isoliert. Etwa einmal pro Woche kommt ein Schäfer mit dem Hubschrauber vorbei und bringt Lebensmittel mit. Außerdem hat Joey auf der Alm Handyempfang.




