
Ge(h)denken auf dem Friedhof in Gerthe
Die Stadt Bochum und der Kreisverband Bochum des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge beteiligen sich am „Ge(h)denken - Monat des Kriegsgrabes“. Dazu organisieren sie am Donnerstag, dem 3. September 2026, einen Rundgang über die Kriegsgräberstätte auf dem städtischen Friedhof in Bochum-Gerthe. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr an der Trauerhalle an der Kirchharpener Straße 63.
Oberbürgermeister Jörg Lukat eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Dr. Kai Rawe vom Stadtarchiv und Ulrich Kind vom Projekt Kohlengräberland und Zeitgeist Ensemble stellen drei Lebensgeschichten vor und ordnen sie historisch ein. Außerdem soll es einen Austausch über die heutige Bedeutung von Kriegsgräberstätten geben.
Drei Lebensgeschichten aus der NS-Zeit
Bei dem Rundgang geht es um Heinrich Fischer, Marianne Rzeznik und Leon Lewandowski. Ihre unterschiedlichen Lebens- und Leidensgeschichten stehen für den NS-Terror, die Bombenangriffe auf Bochum sowie Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft in der Stadt. Die Veranstalter wollen anhand der Gräber und Grabsteine zeigen, wie die Kriegsgräberstätte mit der Geschichte Gerthes während der NS-Zeit verbunden ist. Die drei vorgestellten Biografien zeigen unterschiedliche Folgen von Diktatur und Krieg. Die Grabsteine dienen bei dem Rundgang als Ausgangspunkt für die historische Einordnung.
In Bochum gibt es nach Angaben des Volksbundes sechsundvierzig Kriegsgräberstätten. Auf ihnen liegen fast zehntausend Tote des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Der Volksbund und die Stadt verstehen diese Anlagen als Erinnerungsorte und Mahnmale für Frieden und Freiheit.