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Bochum: Tausende Haushalte haben Probleme, Strom und Gas zu bezahlen
© Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services GmbH
Energie Feature - Ein Thermostat in einer Wohnung in Oberhausen.
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Bochum: Tausende Haushalte haben Probleme, Strom und Gas zu bezahlen

In Bochum können zehntausende Menschen ihre Strom- und Gasrechnungen nicht mehr pünktlich bezahlen. Die Gewerkschaft NGG warnt vor einer sozialen Schieflage und fordert politische Entlastungen.

Veröffentlicht: Dienstag, 02.12.2025 04:41

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Viele Haushalte in Bochum können Energiekosten nicht mehr stemmen

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In Bochum geraten immer mehr Menschen finanziell unter Druck, weil sie ihre Strom- und Gasrechnungen nicht oder nicht rechtzeitig bezahlen können. Nach Schätzungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) betrifft das knapp 18.000 Menschen. Die Gewerkschaft stützt sich dabei auf Daten des Statistischen Bundesamts, dem zufolge rund fünf Prozent der Bevölkerung bundesweit Zahlungsrückstände beim Energieversorger haben. Vor allem Mieterinnen und Mieter seien betroffen. Die NGG warnt, dass steigende Energiepreise besonders Haushalte mit niedrigen Einkommen treffen. Menschen, die nur den Mindestlohn oder einen Niedriglohn verdienen, hätten kaum Spielraum, steigende Kosten abzufedern.

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Stadtwerke Bochum bestätigen Zahlen

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Die von der Gewerkschaft NGG genannten Zahlen zur Energiearmut spiegeln nach Angaben der Stadtwerke Bochum die lokale Entwicklung weitgehend wider. Im Jahr 2024 mussten bei rund fünf Prozent aller Strom- und Gasverträge Sperrandrohungen verschickt werden. Tatsächlich kam es zu 4.528 Stromsperrungen, etwa zwei Prozent aller Verträge, sowie zum Ausbau von 116 Gaszählern, was rund 0,16 Prozent der Gasverträge entspricht. In den meisten Fällen bleibt die Versorgung nur kurzzeitig unterbrochen: Etwa 60 Prozent der Anschlüsse werden noch am selben Tag wieder entsperrt, weitere knapp 30 Prozent in den darauffolgenden fünf Tagen. Nur wenige Betroffene bleiben langfristig ohne Energieversorgung, häufig weil sie verzogen sind oder nicht erreichbar waren.

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Bochum: NGG fordert Senkung der Stromsteuer und langfristig stabile Preise

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Um die Belastung spürbar zu reduzieren, fordert die Gewerkschaft eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte. Eine solche Maßnahme würde laut NGG sofort Wirkung zeigen. Die Bundestagsabgeordneten aus Bochum und der Region werden aufgefordert, sich in Berlin dafür einzusetzen. Darüber hinaus spricht sich die NGG dafür aus, Stromnetze stärker in öffentlicher Hand zu halten, um langfristig stabile Energiekosten zu sichern. Auch für Unternehmen seien verlässliche Preise wichtig. Besonders energieintensive Branchen wie die Lebensmittelindustrie, in der in Bochum rund 1.310 Menschen arbeiten, seien auf planbare Energiekosten angewiesen. Hohe Preise könnten dort Arbeitsplätze gefährden.

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