
Vermietungsgeschäft wächst weiter
Der Bochumer Wohnungskonzern Vonovia hat in den ersten neun Monaten 2026 ein bereinigtes EBITDA von rund 2,19 Milliarden Euro erzielt. Das sind nach Angaben des Unternehmens 3,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Vermietungsgeschäft ist das bereinigte EBITDA um 3,5 Prozent auf rund 1,91 Milliarden Euro gestiegen, obwohl das Portfolio fast 5.000 Wohnungen weniger umfasst hat. Besonders stark ist das sogenannte Value-add-Segment gewachsen. Dazu gehören unter anderem die Handwerkerorganisation und das Energiegeschäft.
Zinsen und Immobilienverkäufe belasten Vonovia
Schwieriger ist das Geschäft mit Immobilienverkäufen und Neubauprojekten gelaufen. Vonovia hat in den ersten neun Monaten Immobilien im Wert von insgesamt rund 900 Millionen Euro verkauft. Der Konzern begründet die längeren Verkaufsprozesse mit gestiegenen Zinsen und der Zurückhaltung möglicher Käufer. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern ist um 3,5 Prozent auf rund 1,41 Milliarden Euro gesunken.
Mieterbund fordert staatlichen Einstieg
Der Deutsche Mieterbund NRW sieht in den Zahlen grundsätzliche Probleme des Geschäftsmodells. Der Verband kritisiert die Bewertung der Wohnungsbestände, die Verschuldung und die bisherige Ausrichtung auf steigende Mieteinnahmen. Er fordert den Staat auf, sich an Vonovia zu beteiligen und damit einer möglichen Übernahme durch Finanzinvestoren vorzubeugen. Der Mieterbund rät Mieterinnen und Mietern außerdem, mögliche Mieterhöhungen genau auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen.