Cold-Case-Prozess in Bochum: Freispruch erwartet
Veröffentlicht: Donnerstag, 28.08.2025 19:00
Im Mordprozess um eine Tat vor 29 Jahren in Wattenscheid deutet alles auf einen Freispruch hin. Das Urteil soll am Freitag (29.8.) verkündet werden.

Rechtsmedizinisches Gutachten entkräftet Mordvorwurf
Das Landgericht Bochum hatte im Mordprozess um eine Tat aus dem Jahr 1996 in Wattenscheid am Dienstag (26.8.) die Beweisaufnahme geschlossen. Damit steht das Verfahren kurz vor dem Abschluss. Am Freitag (29.8.) sollen die Plädoyers gehalten und das Urteil verkündet werden. Bereits im Vorfeld deutet vieles auf einen Freispruch hin. Der Angeklagte, ein 59-jähriger Mann, soll laut Staatsanwaltschaft im März 1996 in Wattenscheid einen Mann mit 20 Messerstichen ermordet haben. Doch die Beweislage hat sich im Laufe des Verfahrens erheblich verändert.
Letzter Versuch der Staatsanwaltschaft gescheitert
Ein Gutachten des Rechtsmediziners hat der Anklage das Mordmerkmal der Heimtücke genommen. Ohne dieses Merkmal kann kein Mord nachgewiesen werden. Zudem sind alle anderen in Frage kommenden Straftaten, wie etwa Totschlag, inzwischen verjährt. Nach Vorlage des Gutachtens wurde der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Staatsanwaltschaft musste zuletzt mehrere Rückschläge hinnehmen. Ein Beweisantrag scheiterte, und der ursprüngliche Anklagevertreter Andreas Bachmann zog sich aus dem Verfahren zurück. Er überließ die Schlussphase des Prozesses einer Vertretung.