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Eklat im Schauspielhaus Bochum
© Radio Bochum
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Eklat im Schauspielhaus Bochum

Im Schauspielhaus Bochum kam es am Samstag (14.02.) bei einer Aufführung zu einem Zwischenfall. Zwei Menschen aus dem Publikum haben die Bühne gestürmt.

Veröffentlicht: Montag, 16.02.2026 15:15

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Stück "Catarina, oder von der Schönheit, Faschisten zu töten"

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Am Samstag (14.02.) hat das Stück "Catarina, oder von der Schönheit, Faschisten zu töten" im Bochumer Schauspielhaus Premiere gefeiert. Darin geht es um eine Familie, deren Angehörige Catarina Eufémia von einem Faschisten getötet wird. Dadurch entsteht eine Tradition, dass ein Familienmitglied aus Rache ebenfalls einen Faschisten umbringen muss. Die jüngste Tochter stellt diese Tradition aber infrage.

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Erste Inszenierung in deutscher Sprache

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Das Stück wurde 2023 erstmals auf dem Festival d'Avignon aufgeführt. Am Schauspielhaus wurde es erstmals auf Deutsch inszeniert. Teil des Stücks ist ein minutenlanger Monolog eines Schauspielers in der Rolle eines Faschisten. Schon in Avignon war der für viele Zuschauerinnen und Zuschauer nicht auszuhalten, sodass es Zwischenrufe aus dem Publikum gegeben hatte, die den Mann zum Aufhören aufgefordert haben. Das war auch in Bochum der Fall, die Situation eskalierte aber, als zwei Menschen aus dem Publikum auf die Bühne gingen und den Schauspieler attackiert und gefilmt haben. Nach dem Stück ist die Co-Intendantin des Schauspielhauses, Angela Obst, auf die Bühne gegangen und hat alle gebeten, Fotos und Videos von dem Vorfall zu löschen, damit die Szenen nicht aus dem Kontext gerissen werden.

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Schauspielhaus zieht Konsequenzen

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Das Schauspielhaus hat Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen. Bei der Aufführung am Sonntag (15.02.) waren Security-Kräfte vor Ort, damit sich der Vorfall nicht wiederholt. Mittlerweile hat das Schauspielhaus sich auch in einem Statement zu dem Vorfall geäußert:

"Das Schauspielhaus Bochum versteht sich als Ort der künstlerischen Auseinandersetzung, an dem kontroverse Themen und ästhetische Zumutungen verhandelt werden, auch entschiedener Widerspruch kann dazugehören. Gleichzeitig versteht es das Theater als geschützten Raum, sowohl für das Publikum als auch für die Künstler*innen auf der Bühne, als Ort, an dem man sich respektvoll, ohne Angst vor körperlicher Gewalt oder Einschüchterung begegnen kann. Nur in Anerkennung dieser Prämisse kann leidenschaftlich und frei um künstlerische und politische Fragen gerungen werden. Dass ein Schauspieler in Ausübung seiner künstlerischen Arbeit körperliche Angriffe erfahren musste, hat uns zutiefst erschreckt, wir erachten diese Übergriffigkeit als vollkommen inakzeptabel." - Alexander Kruse, Sprecher des Schauspielhauses.
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