
Firlefanz, Kokolores und Schabernack: Woher kommen diese alten Wörter eigentlich?
Wir benutzen sie bis heute – obwohl viele ihrer Ursprünge Jahrhunderte zurückliegen. Was hinter Wörtern wie Firlefanz, Kokolores oder Schabernack steckt und warum sie bis heute überlebt haben.
Veröffentlicht: Montag, 13.07.2026 05:04
Das steckt hinter den Wörtern
Firlefanz: Vom Tanz zum Unsinn
Heute steht Firlefanz für unnötigen Schnickschnack oder Unsinn.
Ursprünglich hatte das Wort allerdings eine ganz andere Bedeutung: Im Spätmittelalter bezeichnete "firlifanz" einen ausgelassenen Spring- oder Tanz. Erst später wandelte sich die Bedeutung zu "überflüssiger Zierrat" und schließlich zu "Unsinn" oder "unnötiges Getue". Woher das Wort ursprünglich stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Schabernack: Unsinn mit langer Geschichte
Wer Schabernack treibt, spielt jemandem Streiche oder macht Unfug.
Das Wort ist bereits seit dem 14. Jahrhundert belegt und gehört damit zu den ältesten Ausdrücken dieser Art. Seine genaue Herkunft ist nicht vollständig geklärt, Sprachwissenschaftler vermuten aber einen Zusammenhang mit älteren niederdeutschen Begriffen für Spott oder mutwillige Streiche. Bis heute hat sich die Bedeutung kaum verändert: Schabernack ist harmloser Unsinn.
Spökes: Typisch Ruhrgebiet und Westfalen
Das Wort Spökes hört man besonders im Ruhrgebiet und in Westfalen.
Es stammt aus dem Niederdeutschen. Das Verb spöken bedeutet ursprünglich "spuken". Deshalb bezeichnete "Spökes" zunächst Geistererscheinungen oder Gespenster. Im Laufe der Zeit wurde daraus die heutige Bedeutung: Unsinn, Quatsch oder albernes Gerede.
Geplänkel: Eigentlich ein kleines Gefecht
Wenn heute von einem Geplänkel die Rede ist, geht es meist um kleine Wortgefechte oder harmlose Auseinandersetzungen.
Der Ursprung liegt jedoch im Militär. Das Wort leitet sich vom französischen "plangier" beziehungsweise vom militärischen Begriff Plänkler ab. Gemeint waren leichte Vorpostengefechte oder kleinere Scharmützel vor einer eigentlichen Schlacht. Daraus entwickelte sich später die übertragene Bedeutung für kleinere Streitigkeiten.
Sperenzchen: Kleine Zickereien
"Jetzt mach keine Sperenzchen!"
Das Wort beschreibt heute unnötige Umstände oder kleine Zickereien. Seine Herkunft ist ungewöhnlich: Es geht vermutlich auf das mittellateinische "sperantia" ("Hoffnung") zurück. Durch volkstümliche Sprachentwicklung entstand daraus "Sperenzchen". Gleichzeitig beeinflusste das deutsche Verb "sich sperren" die heutige Form.
Kokolores: Woher kommt der Unsinn?
Kokolores ist besonders im Rheinland und Ruhrgebiet beliebt und bedeutet schlicht: Unsinn.
Woher das Wort stammt, ist allerdings bis heute nicht sicher geklärt. Der Duden vermutet, dass es sich ursprünglich um eine lautmalerische, pseudolateinische Bildung handelt, die einen Hahn bezeichnete und später die Bedeutung "Unsinn" annahm. Sicher ist nur: Der Begriff existiert schon seit mehreren Jahrhunderten.
Alte Wörter leben weiter
Ob Firlefanz, Kokolores oder Schabernack - viele dieser Begriffe haben mehrere Jahrhunderte Sprachgeschichte überlebt. Vielleicht gerade deshalb, weil sie etwas ausdrücken, wofür moderne Wörter oft weniger Charme haben. Und manchmal klingt "Kokolores" eben einfach schöner als "Unsinn".