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Gewerkschaft warnt vor wachsender Kluft zwischen Arm und Reich in Bochum
© Olaf Ziegler/FUNKE Foto Services
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Gewerkschaft warnt vor wachsender Kluft zwischen Arm und Reich in Bochum

In Bochum stehen sich laut Gewerkschaft NGG immer deutlicher zwei Einkommenswelten gegenüber.

Veröffentlicht: Freitag, 17.04.2026 08:24

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NGG sieht soziale Schieflage

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In Bochum gibt es 107 Einkommensmillionäre. Gleichzeitig arbeiten rund 150.900 Menschen sozialversicherungspflichtig, vor allem im Handwerk, in der Industrie und im Dienstleistungsbereich. Rein rechnerisch kommt damit ein Millionär auf 1.410 Beschäftigte. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhrgebiet unter Berufung auf Zahlen von IT.NRW und der Arbeitsagentur hin.

Für die NGG zeigt diese Entwicklung eine zunehmende Ungleichheit. Geschäftsführer Martin Mura spricht von einer wachsenden sozialen Schieflage. Während viele Menschen trotz Vollzeitjob mit steigenden Kosten kämpfen, würden hohe Einkommen häufig aus Kapitalerträgen stammen. Die Folge sei nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Laut NGG könne eine zunehmende Ungleichheit langfristig auch das Vertrauen in demokratische Strukturen belasten.

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Appell an Politik bei Reformpaket

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Mit Blick auf das geplante Reformpaket der Bundesregierung fordert die NGG Ruhrgebiet einen klar sozialen Kurs. Arbeit dürfe nicht stärker belastet werden als Kapitalerträge. Aktuell würden etwa Zinsen oder Aktiengewinne pauschal mit 25 Prozent besteuert, während Arbeitnehmer deutlich höhere Abgaben hätten.

Die Gewerkschaft bringt außerdem eine Vermögenssteuer, einen höheren Spitzensteuersatz sowie die Abschaffung des Ehegattensplittings ins Gespräch. Ziel müsse es sein, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern und Beschäftigte nicht zusätzlich zu belasten.

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