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Keine Bodycam-Aufnahmen beim Polizeieinsatz in Bochum Hamme
© Tamara Ramos/FUNKE Foto Services
Bodycam
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Keine Bodycam-Aufnahmen beim Polizeieinsatz in Bochum Hamme

Im Fall der 12-jährigen gehörlosen Schülerin, die vor rund zwei Wochen bei einem Polizeieinsatz in Bochum-Hamme durch einen Schuss schwer verletzt wurde, gibt es offenbar keine Videoaufnahmen des Einsatzgeschehens. NRW-Innenminister Herbert Reul hat gegenüber der Rheinischen Post bestätigt, dass die eingesetzten Beamten ihre Bodycams vor Betreten der Wohnung nicht aktiviert hatten.

Veröffentlicht: Montag, 24.11.2025 12:36

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Warum die Bodycams ausgeschaltet blieben

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Nach Angaben Reuls seien die Polizisten zunächst davon ausgegangen, dass es sich um einen Routineeinsatz handelt: Sie wollten dem Mädchen lediglich den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten ermöglichen. Das Kind war zuvor von seiner Wohngruppe als vermisst gemeldet worden und sollte sich bei seiner ebenfalls gehörlosen Mutter aufhalten. Deshalb hätten die Beamten keinen Anlass gesehen, die Kameras einzuschalten, so Reul gegen über der Rheinischen Post.

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Ablauf des Einsatzes

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Laut Staatsanwaltschaft fixierten die Einsatzkräfte im Treppenhaus zunächst die Mutter. In dieser Situation soll das 12-jährige Mädchen mit zwei Messern auf die Polizisten zugegangen sein. Einer der Beamten gab daraufhin einen Schuss ab, der das Kind in den Bauch traf.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Schusswaffengebrauchs und will unter anderem klären, ob der Einsatzverlauf und die Reaktion der Beamten gerechtfertigt waren. Das Mädchen befindet sich weiterhin im Krankenhaus. Nach Angaben der Behörden ist ihr Zustand stabil, aber weiterhin kritisch.

Die Untersuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern an.

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