
Klimageräte bei Hitze: Verbraucherzentrale Bochum warnt vor Fehlkäufen
Günstige Mini-Klimageräte versprechen an heißen Tagen schnelle Abkühlung. Die Verbraucherzentrale in Bochum warnt jedoch vor übertriebenen Werbeversprechen, unsicheren Produkten und Fakeshops.
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.07.2026 08:12
Mini-Klimageräte kühlen meist keinen ganzen Raum
Wenn die Temperaturen steigen, wächst auch das Angebot an günstigen Klimageräten im Internet. Viele Produkte sollen ganze Räume innerhalb kurzer Zeit herunterkühlen. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale NRW halten solche Geräte ihre Versprechen aber häufig nicht. Andrea Thume, Leiterin der Verbraucherzentrale in Bochum, warnt insbesondere vor Spontankäufen. Vor der Bestellung sollten Verbraucherinnen und Verbraucher prüfen, welche Kühlleistung ein Gerät tatsächlich bietet und wie die Wärme aus dem Raum transportiert wird. Wer einen kompletten Raum kühlen möchte, benötigt nach Angaben der Verbraucherzentrale eine Kühlleistung von mindestens 60 Watt pro Quadratmeter. Viele kleine und günstige Geräte erreichen diese Leistung nicht. Geht es dagegen nur um eine direkte Abkühlung am Arbeitsplatz oder auf dem Sofa, kann ein Ventilator die sinnvollere Alternative sein. Er senkt zwar nicht die Raumtemperatur, sorgt durch die bewegte Luft aber für ein kühleres Gefühl.
Wärme muss nach draußen transportiert werden
Eine Klimaanlage kann nur funktionieren, wenn sie der Raumluft Wärme entzieht und diese anschließend nach draußen leitet. Bei mobilen Monoblock-Geräten geschieht das normalerweise über einen Abluftschlauch. Split-Klimaanlagen verfügen dafür über ein separates Außengerät.
Fehlt eine solche Möglichkeit, bleibt die Wärme im Zimmer. Geräte, die ohne Abluft oder Außeneinheit eine starke Kühlung versprechen, sollten deshalb kritisch geprüft werden. Eine Technik, die Wärme einfach verschwinden lässt, gibt es nicht.
Vorsicht bei Luftbefeuchtern
Einige als Klimageräte beworbene Produkte arbeiten lediglich mit verdunstendem Wasser. Sie können die Luft in unmittelbarer Nähe etwas abkühlen, erhöhen gleichzeitig aber die Luftfeuchtigkeit. Bei diesen Geräten ist eine regelmäßige Reinigung besonders wichtig. Wird das Wasser nicht häufig gewechselt, können sich Bakterien vermehren. Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, die Reinigungs- und Warnhinweise der Hersteller genau zu beachten.
So lassen sich unseriöse Onlineshops erkennen
Verbraucherinnen und Verbraucher sollten skeptisch werden, wenn technische Angaben fehlen oder Produktbeschreibungen unverständlich formuliert sind. Auch eine deutsche Internetadresse oder ein deutsch klingender Firmenname garantieren nicht, dass ein Anbieter tatsächlich in Deutschland sitzt.
Vor einer Bestellung sollten deshalb das Impressum, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Firmenanschrift kontrolliert werden. Bei Shops außerhalb Europas kann es schwieriger sein, Gewährleistungsrechte durchzusetzen. Zudem können technische Geräte unter Umständen nicht den europäischen Sicherheitsvorschriften entsprechen.
Fakeshop vor dem Kauf überprüfen
Die Verbraucherzentrale bietet einen Fakeshop-Finder an, mit dem sich verdächtige Internetseiten überprüfen lassen. Gerade bei auffällig günstigen Angeboten, hohem Zeitdruck oder ausschließlich angebotener Vorkasse sollten Kundinnen und Kunden vorsichtig sein. Wer bereits bestellt hat und Zweifel am Händler bekommt, sollte möglichst schnell seine Bank oder den jeweiligen Zahlungsdienstleister kontaktieren. Helfen kann euch auch der Fakeshopfinder der Verbraucherzentrale helfen.