
„Kurve kriegen“ in Bochum hilft seit zehn Jahren jungen Menschen
Die Präventionsinitiative „Kurve kriegen“ unterstützt kriminalitätsgefährdete Kinder und Jugendliche in Bochum, Herne und Witten. In zehn Jahren haben mehr als 100 junge Menschen eine zweite Chance erhalten.
Veröffentlicht: Freitag, 24.07.2026 03:11
Hilfe gegen Jugendkriminalität in Bochum
Seit dem 1. Juli 2016 ist die landesweite Präventionsinitiative „Kurve kriegen“ in Bochum aktiv. Das Angebot richtet sich an kriminalitätsgefährdete Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahren. Ziel ist es, sie frühzeitig zu unterstützen und weitere Straftaten zu verhindern.
Das Bochumer Team ist neben Bochum auch für Herne und Witten zuständig. Seit dem Start der Initiative wurden in den drei Städten mehr als 100 junge Menschen begleitet. Nach Angaben der Verantwortlichen sind die Chancen besonders groß, wenn die Hilfe bereits in einem jungen Alter beginnt.
Individuelle Begleitung über mehrere Jahre
Die pädagogischen Fachkräfte begleiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer teilweise über einen längeren Zeitraum. Dabei orientiert sich die Unterstützung an der persönlichen Situation der Jugendlichen. Die Fachkräfte führen unter anderem Gespräche mit Eltern, Geschwistern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Sie begleiten Jugendliche zu Gerichtsterminen, helfen bei Bewerbungen und vermitteln Praktika. Auch bei Konflikten in der Familie oder in der Schule bietet das Team Unterstützung an. Grundlage der Arbeit ist der Aufbau verlässlicher Beziehungen. Diese sollen den jungen Menschen Stabilität geben und ihnen neue Perspektiven für Schule, Ausbildung und Alltag eröffnen.
Zusammenarbeit mit Jugendämtern und Schulen
Für die Arbeit kooperiert „Kurve kriegen“ mit den Jugendämtern in Bochum, Herne und Witten. Weitere Partner sind die Jugendgerichtshilfe, das Jobcenter, Schulen und verschiedene soziale Einrichtungen. Unterstützt wird die Initiative außerdem regelmäßig von der Overdyck Jugendhilfe. Der Leo-Club Wanne-Eickel „Dickköppe“ spendete zuletzt 5.000 Euro aus dem Verkauf seines Cranger-Kirmes-Kalenders. Zudem arbeitet „Kurve kriegen“ an einem Graffiti-Projekt mit einem lokalen Künstler. Auch der frühere VfL-Spieler Simon Zoller war bereits als Botschafter für die Initiative aktiv.
Präventionsarbeit wird fortgesetzt
Nach zehn Jahren soll die Arbeit am Standort Bochum weitergehen. Die Initiative will auch künftig möglichst früh eingreifen und jungen Menschen dabei helfen, einen dauerhaften Weg aus der Kriminalität zu finden.