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Märkte in Bochum werden kleiner - das sind die Gründe
© Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Am Mittwoch, den 07.05.2014 versank der Bochumer Stadtteil Riemke in nebligem Grau. Ansicht des Marktes mit der St. Franziskus-Kirche im Hintergrund.
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Märkte in Bochum werden kleiner - das sind die Gründe

Gemüse, Käse oder Blumen im Stadtteil kaufen - das geht nicht immer auf den Wochenmärkten in Bochum. Das Angebot sinkt. Wir haben mit Besuchern, Inhabern und dem Verantwortlichen auf Bochums Märkten gesprochen.

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Wochenmärkte in Bochum: Das ist die Situation

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Dienstagvormittag auf dem Markt in Langendreer. Mit circa neun Ständen ist der Wochenmarkt am Dienstag in Langendreer einer der größeren in der Umgebung. Im Gespräch mit Besucherinnen und Besuchern des Marktes so wie mit Verkäuferinnen und Standinhabern fällt immer wieder ein Satz: „Früher war mehr!". Das ist die gefühlte Wahrheit für alle. Und die bestätigt Marc Wagner gegenüber Radio Bochum. Er arbeitet für die Deutsche Marktgilde, die die Organisation und Planung der Wochenmärkte in Bochum 2024 übernommen hat. Wagner ist der Verantwortliche für alle klassischen Wochenmärkte in Bochum. Davon ausgenommen sind privat organisierte Märkte, so wie Feierabendmärkte. Im Interview auf dem Marktplatz in Langendreer sagt Marc Wagner:

„Viele Händler haben auch aufgrund ihres Alters aufgehört und keine Nachfolge gefunden. Das ist eine Abwärtsspirale. Wir bemühen uns natürlich immer, neue Händler zu gewinnen, aber das ist schwieriger geworden. Früher standen die Händler morgens auf dem Markt Schlange, um einen Standplatz zu ergattern. Heute ist das nicht mehr so. Das ist allerdings ein bundesweites Phänomen." - Marc Wagner, Deutsche Marktgilde eG

Gut laufende Wochenmärkte in Bochum seien zum Beispiel der Markt in Wattenscheid-Günnigfeld am Samstag, genau wie der auf dem Buddenbergplatz hinter dem Bochumer Hauptbahnhof an Samstagen. In Bochum-Werne hingegen habe man an einem der Markttage, am Mittwoch, lediglich zwei Stände zu erwarten. Dort bekommt man noch Kartoffeln und Wurst. In Langendreer fehlt aktuell ein Gemüsehändler, in Altenbochum ist der Bäckereistand weggefallen.

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Nachfolge an Ständen: Das sind die Probleme

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Marc Wagners Job ist es, neue Händler zu finden, dafür ist er auch in anderen Städten unterwegs, um dort gezielt die Bereiche anzusprechen, die in Bochum auf den Wochenmärkten fehlen. Er ist auch im Austausch mit den Beschickern, wie die Unternehmen, die einen Stand auf dem Markt führen, haben, heißen. So bekommt er mit, dass Stände wegfallen, weil die Inhaberinnen und Inhaber teilweise altersbedingt nicht mehr fit genug für den Job sind und keine Nachfolge finden.

Ein Inhaber eines Standes sagte Radio Bochum im Interview, dass er seinen Stand vor 50 Jahren von seinen Eltern übernommen habe. Dass er den Stand jetzt an eines seiner beiden Kinder weitergibt, wäre eine schöne Vorstellung für ihn. Allerdings sei es aus seiner Sicht verantwortungslos in diesen Zeiten - das möchte er der nächsten Generation nicht mehr zumuten.

Im Marktbetrieb herrscht also Personalmangel. Dazu kommen auch Kosten, die die breite Bevölkerung ebenfalls merkt: Wenn der Benzinpreis hoch ist, trifft das auch die Beschicker.

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Gebühren in Bochum zu hoch?

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Im Gespräch mit Kundinnen und Kunden auf dem Markt in Langendreer mutmaßt man all diese Gründe hinter den fehlenden Ständen. Es sei bedauerlich, dass der Markt mittlerweile kleiner geworden ist. Gleichzeitig finden sich aber noch viele Menschen, die gezielt Käse oder Eier lieber auf dem Markt statt im Discounter um die Ecke kaufen möchten - der Qualität wegen.

Eine Mutmaßung von Besucherinnen und Besuchern auf dem Markt, die auch eine Verkäuferin äußert: Die Gebühren seien in Bochum zu hoch - deshalb würden andere Märkte, etwa in Dortmund oder Castrop-Rauxel, besser laufen. Dem setzt Marc Wagner von der Deutschen Markgilde entgegen: In Bochum nehme man weder mehr noch weniger Gebühren im Vergleich zu anderen Städten. Im Gegenteil:

„Preislich haben wir an vielen Stellen schon die Preise gesenkt. Weil wir die Strominfrastruktur hier in Bochum komplett geändert haben, gehen auch hier die Preise weiter runter. Wo gibt es das schon, dass die Preise runtergehen?" - Marc Wagner, Deutsche Marktgilde eG
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