Anzeige
Mitgliederversammlung beim VfL Bochum
© FUNKE Foto Service / Uwe Ernst
Teilen:

Mitgliederversammlung beim VfL Bochum

Insgesamt 909 Mitglieder des VfL Bochum haben sich am Dienstagabend (18.11.) zu einer Mitgliederversammlung getroffen. Was alle besprochen wurde gibt es hier zum nachlesen.

Veröffentlicht: Dienstag, 18.11.2025 21:19

Anzeige

Uwe Rösler richtet sich an die Mitglieder

Anzeige

Wer Uwe Rösler kennt, weiß: Der Mann scheut sich nicht, im Mittelpunkt zu stehen. Kein Wunder also, dass der VfL-Coach auch bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend (18.11.) ans Mikro getreten ist. Nach dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, der Ehrung der Jubilare und der Verleihung der Werner-Altegoer-Medaille für herausragende Nachwuchsspieler*innen hat es sich der Cheftrainer nicht nehmen lassen, auch ein paar Worte an die Mitglieder des VfL zu richten.

„Nach meiner kurzen Zeit, die ich hier verleben durfte, wurde mir relativ schnell eines klar: Dass sich das richtig gut anfühlt, hier beim VfL.“ – Uwe Rösler, Cheftrainer VfL Bochum

Neben seiner klaren Bekennung zum Verein fand Uwe Rösler außerdem lobende Worte für seinen Vorgänger Dieter Hecking, lobte sowohl dessen Fachkompetenz als auch ihn als Menschen. Darüber hinaus hat sich Rösler bei allen bedankt, die seinen Einstieg an der Castroper erleichtert haben.

Was die Mitglieder vom VfL-Coach halten, wurde auch am Dienstagabend wieder klar: Niemand hat einen größeren Applaus geerntet.

Anzeige

Bericht der Geschäftsführung

Anzeige

Nach der kurzen Rede des Cheftrainers ist VfL-Geschäftsführer Ilja Kaenzig ans Mikrofon getreten. Dieser machte gleich zu Beginn klar: Oberste Priorität hat der sportliche Erfolg. Erst danach kommt der wirtschaftliche.

„Der VfL besitzt die kritische wirtschaftliche Größe.“ – Ilja Kaenzig, Geschäftsführer VfL Bochum

Die Zahlen des Vereins lesen sich gut. Mit 32.755 Mitgliedern wächst der VfL weiter an. Bis 2028 soll die 40.000-Marke geknackt werden. Und auch finanziell war das vergangene Geschäftsjahr ein gutes. Der Gesamtumsatz ist mit knapp 96 Millionen Euro so hoch wie nie zuvor, und auch die Einnahmen sind 2024/25 deutlich höher ausgefallen, als vom Verein ursprünglich geplant. Unter anderem dadurch, dass man Personalien wie die Ex-Trainer Thomas Letsch und Peter Zeidler von der Gehaltsliste streichen konnte, hat der VfL ein Plus von über 6,4 Millionen Euro erwirtschaftet.

Anzeige

"In Sachen Professionalität brauchen wir uns vor niemanden zu verstecken"

Anzeige

Während das vergangene Geschäftsjahr aus wirtschaftlicher Sicht die Erwartungen übertroffen hat, wird der VfL das laufende Jahr wohl mit einem relativ großen Minus abschließen. Der Schuldige ist relativ schnell gefunden: Durch den Abstieg in die 2. Bundesliga schrumpfen allein die TV-Gelder um 41 %. Das entspricht guten 18 Millionen Euro. Was bei den Bayern ein Jahresgehalt ist, ist beim VfL ein ordentlicher Einschnitt im Gesamtkapital. Alles in allem wird mit einem Rückgang der Gesamtleistung um gut ein Drittel auf ca. 63 Millionen Euro gerechnet. Auch wenn das natürlich eine ordentliche Stange Geld ist, versichert der Geschäftsführer: Der Verein steht gut da.

Die Möglichkeiten werden jedes Jahr größer. Und nicht nur fließt es in den Sport. Der Verein entwickelt sich [in allen Bereichen] sehr gut weiter. Insofern steht er gut da.“ – Ilja Kaenzig, Geschäftsführer VfL Bochum
Anzeige

Die Mitglieder melden sich zu Wort

Anzeige

Nach dem Bericht des Präsidiums und der Geschäftsführung durften sich die Fans direkt an Villis, Kaenzig und Co. wenden. Unter anderem zur Sprache gekommen sind die Themen der verzögerten Kommunikation der Vertragsverlängerung von Philipp Hofmann, die Frage nach dem aktuellen Stand der Investorensuche, aber auch offene – sehr subjektive – Kritik wurde gegenüber dem Vorstand geäußert.

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni hat es noch eine scheinbar unendliche Schlange an Mitgliedern gegeben, die sich zu Wort melden wollten. Dem war am Dienstagabend nicht so. Nur eine Handvoll ist ans Mikro getreten. Auch die Stimmung im Publikum war deutlich entspannter als noch im Sommer.

Anzeige

Abstimmungen über Anträge

Anzeige

Der erste Antrag, der gestellt wurde, hat darauf abgezielt, dass das gewählte Präsidium mindestens eine weitere Person dazu beruft, die eine Fachkraft der Jugendhilfe Bochum ist. Nachdem sich das Präsidium gegen diesen Antrag ausgesprochen hat, wurde er fast einstimmig abgelehnt.

Der Antrag, der im Vorfeld für den meisten Diskussionsstoff gesorgt hat, war der von Carina Gödecke und Dr. Andreas Eickhoff. Dieser sieht vor, dass das Präsidium nicht mehr wie gewohnt „en bloc“, also als Team, gewählt wird, sondern jedes Präsidiumsmitglied einzeln gewählt werden muss. Die Antragsteller*innen argumentierten, dass durch die Wahl „en bloc“ die Beteiligungs- und Entscheidungsfähigkeit der Mitglieder eingeschränkt wird. Das Präsidium hat sich klar gegen den Antrag positioniert. Eine Änderung des Wahlformats würde, so die Sicht des Präsidiums, die Mitgliederrechte nicht stärken, sondern schwächen. Darüber hinaus könnten vorher aufeinander eingespielte Teams produktiver und schneller agieren.

Wie vorher schon vermutet, war das Ergebnis der Abstimmung verhältnismäßig knapp. Nach Auszählung der Stimmen haben 463 dafür und 293 dagegen gestimmt. Der Antrag ist damit durchgekommen. Das bedeutet allerdings noch keine Satzungsänderung. Stattdessen hat das Präsidium jetzt ein Jahr Zeit, einen entsprechenden Antrag auf Satzungsänderung zu entwerfen, über den dann in der nächsten Versammlung abgestimmt wird. Dann wird eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig sein.

Der dritte Änderungsantrag, der auf eine Altersobergrenze von 75 Jahren in der Findungskommission abzielt, konnte die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht erreichen.

Der vierte und letzte Antrag wurde ebenfalls fast einstimmig angenommen. Dieser sieht vor, dass der Fanvertreter im Präsidium auch in den Aufsichtsrat berufen wird.

Anzeige
Anzeige
Anzeige