
Nachhaltige Lösung für Stadttauben an der Ruhr-Universität Bochum
Von der Sanierung im Universitätsparkhaus sind auch viele Vögel betroffen. Das zentrale Parkhaus unter der Ruhr-Universität wird seit Mitte Februar saniert. In dem Parkhaus brüten etliche Stadttauben.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 03:20
Tierschutz gilt für alle Baumaßnahmen in Bochum
Der Schutz der Tauben während der Arbeiten ist durch rechtliche Vorgaben geregelt, die muss jeder Bauherr und jede Bauherrin erfüllen. So dürfen z.B. keine Nester entfernt werden, in denen sich Eier oder Küken befinden. Außerdem dürfen Baumaßnahmen nicht zu nah an brütenden Tauben durchgeführt werden. Werden Taubeneltern etwa durch Lärm verscheucht, kann es sein, dass sie nicht rechtzeitig zu ihren Küken zurückkehren und diese dann in kurzer Zeit erfrieren. Tierschutzmaßnahmen gelten für nicht-private wie für private Baumaßnahmen.
Verein Stadttauben Bochum wünscht sich Taubenschlag
Damit die Tauben gar nicht mehr im neu sanierten Parkhaus nisten, setzen sich der Verein Stadttauben Bochum und andere Tierschützende u.a. für einen Taubenschlag in der Nähe ein, in dem die Eier gegen Gipseier ausgetauscht werden. So könne verhindert werden, dass sich die Tauben unkontrolliert vermehren. Außerdem müssten die sogenannten Vergrämungsmaßnahmen im Parkhaus entsprechend vorgenommen werden. Eine Methode, um die Tauben vom Nisten abzuhalten, sind sogenannte Spikes, Metallspitzen, die auf Oberflächen angebracht werden. Laut Expertinnen und Experten sind diese Spikes aber oft nicht sinnvoll. Sie eigneten sich sogar besonders gut für die Tauben, um zwischen ihnen Nistmaterial zu platzieren. Daher empfiehlt der Verein Schrägbleche, Bleche, die schräg angebracht werden und auf denen die Tauben keinen Halt finden.
Taubenschützende wünschen sich mehr Austausch
Der Stadttaubenverein Bochum sei nach eigener Aussage mit dem Bauunternehmen, das die Sanierung durchführt, in einem recht guten Austausch, um die Vögel während der Arbeiten zu schützen. Der Verein wünscht sich aber auch, dass er sich mit der Ruhr-Universität (Rub) und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, dem die Universitätsgebäude gehören, gemeinsam an einen Tisch setzen kann, um im Rahmen der Sanierungsarbeiten zusammen eine nachhaltige Lösung für die Taubenpopulation an der Rub zu finden. Die Ruhr-Universität hat uns auf Anfrage gesagt, dass sie auch ein Konzept zum Umgang mit den Stadttauben entwickele, das aber noch nicht spruchreif sei. Im vergangen Sommer hatte der Verein Bochumer Stadttauben schon mit dem Center-Betreiber des Uni-Centers über einen möglichen Taubenschlag im Uni-Center gesprochen. Dort konnte man aber laut Verein keinen geeigneten Standort finden. Ein Taubenschlag im Uni-Center sei auch für die Tauben an der Ruhr-Universität zu weit weg. Stadttauben sind standorttreu, da sie ursprünglich vom Menschen als Brieftauben gezüchtet wurden, die immer wieder zu ihrem Taubenschlag zurückkehren. Außerdem ist ihnen ein Brutzwang angezüchtet worden, daher vermehren sie sich so schnell.