
August-Bebel-Platz soll weiter für Autos befahrbar bleiben
Autos bis 3,5 Tonnen sollen auch in Zukunft über den Platz fahren dürfen - allerdings nur noch mit Tempo 10 bis 20. Das geht aus einem Änderungsantrag für die Sitzung des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschusses am 11. Juni hervor. Der neue Vorschlag ist ein Kompromiss im Streit um die Zukunft des Platzes. In den vergangenen Wochen hatte vor allem die Frage für Diskussionen gesorgt, ob der August-Bebel-Platz künftig autofrei werden soll. In der Bezirksvertretung Wattenscheid waren entsprechende Pläne zuletzt gescheitert. Danach hatten die Wattenscheider Grünen die Koalition mit der SPD aufgekündigt.
Nach dem neuen Antrag soll der motorisierte Individualverkehr auf dem Platz weiterhin möglich bleiben. Gleichzeitig soll der Verkehr aber deutlich beruhigt werden. Ziel ist laut Antrag, mehr Ordnung und eine bessere Aufenthaltsqualität für Fußgängerinnen und Fußgänger zu schaffen. Auch der ÖPNV soll dabei eine Rolle spielen.
Stellplätze bleiben erhalten, Neubauten werden zurückgestellt
Auch die Stellplätze auf dem August-Bebel-Platz sollen nach dem neuen Vorschlag erhalten bleiben. Sie sollen aber aufgewertet werden. Die geplanten Neubauten an der nördlichen Platzkante - also ein Wohn- und Geschäftshaus sowie ein Parkhaus - sollen dagegen erstmal zurückgestellt werden. Grundsätzlich soll der Umbau des Platzes aber weiter Priorität haben. Geplant sind unter anderem eine öffentliche Toilette und ein Trinkwasserbrunnen. Außerdem soll der Brunnenbereich weiter ausgearbeitet und aufgewertet werden - zum Beispiel mit Sitzstufen und spielerischen Elementen.
Pavillons sollen grundsätzlich verschwinden
Ein weiterer Punkt betrifft die Pavillons auf dem Platz. Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss soll nach dem Antrag grundsätzlich an einer Platzgestaltung ohne Pavillons festhalten. Gleichzeitig sollen Verwaltung und Wirtschaftsentwicklung Bochum aber zügig mit den aktuellen Pächtern und Mietern über Alternativen sprechen. Ziel ist es, für die Geschäfte neue Standorte in leerstehenden Ladenlokalen im Umfeld zu finden.
August-Bebel-Platz als Teil der ganzen Wattenscheider Innenstadt
Der neue Antrag nimmt nicht nur den August-Bebel-Platz selbst in den Blick. Der Umbau soll stärker in ein Gesamtkonzept für die Wattenscheider Innenstadt eingebunden werden. Dazu gehören unter anderem die Oststraße, die Hochstraße, die Voedestraße und die Friedrich-Ebert-Straße.
Genannt werden zum Beispiel bessere Beleuchtung, mehr Barrierefreiheit, weniger Kopfsteinpflaster, mehr Aufenthaltsqualität, öffentliche Toiletten und Maßnahmen gegen Leerstand. Die Verwaltung soll dafür weitere Ideen ausarbeiten und die verschiedenen Projekte zeitlich besser miteinander abstimmen.
Außerdem sollen Verwaltung und Bogestra prüfen, ob die Straßenbahngleise auf dem Platz mit Rasen ausgestattet werden können. Auch über den Bodenbelag soll der Platz künftig stärker als ein zusammenhängender Bereich wahrgenommen werden.
Entscheidung fällt am 11. Juni
Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss beschäftigt sich am 11. Juni mit dem Umbau des August-Bebel-Platzes. Weil der neue Vorschlag von mehreren Fraktionen und Ratsgruppen getragen wird, hat er gute Chancen, beschlossen zu werden.