
Schüsse in Bochum-Hamme
In der Nacht von Sonntag (16.11.) auf Montag (17.11.) sollen zwei Polizeibeamte der Polizei Bochum ein 12-Jähriges Mädchen in Bochum-Hamme angeschossen haben. Bei dem Einsatz ging es darum, die 12-Jährige zu finden, die seit Sonntag (16.11.) aus ihrer Wohngruppe in Münster als vermisst gemeldet wurde. Das Mädchen soll, wie auch seine Mutter, gehörlos sein. Darüber wussten die Beamten auch Bescheid, wie ein Sprecher der Polizei Essen auf Radio Bochum-Anfrage bestätigt hat. Das Mädchen soll sich bei seiner Mutter aufgehalten haben, obwohl diese nicht das Sorgerecht für das Mädchen habe. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte vor der Wohnung der Mutter des vermissten Kindes, gegen 0:30 Uhr, soll die Tür erst nicht geöffnet worden sein. Erst eine Stunde später gegen 1:30 Uhr habe die Mutter die Tür geöffnet, den Beamten den Weg in die Wohnung aber versperrt. Diese haben die Mutter dann im Hausflur fixiert. Als die Beamten anschließend die Wohnung betreten haben, soll ihnen das 12-Jährige Mädchen mit zwei Messern in der Hand entgegen gekommen sein. Daraufhin habe einer der Beamten einen Taser und der andere eine Schusswaffe gezückt. Mit der Schusswaffe haben die Beamten einen Schuss auf das Mädchen abgegeben und trafen sie dabei in der Bauchregion. Die Ermittlungen in dem Fall hat aus Neutralitätsgründen die Polizei Essen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Bochum übernommen. Das Mädchen befindet sich aktuell im Krankenhaus und ist nach Aussage der Polizei Essen am Montag (17.11.) operiert worden und befindet sich in einem kritischen Gesundheitszustand.
Statements aus der Bochumer Politik
Die Grüne Fraktion in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte bekundet dem 12-Jährigen Mädchen und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl. Karsten Finke, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion in der Bezirksvertretung fordert "eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse" und dass "alle beteiligten Beamt*innen (...) bis zur vollständigen Aufklärung vom Dienst suspendiert werden (müssen)."
Auch die Ratsfraktion der Linke in Bochum fordern eine umfassende Aufklärung. Sie fordern eine Verbesserung im Einsatz mit Minderjährigen und Menschen mit Behinderung. Ähnliches fordert auch die CDU-Ratsfraktion. Sie möchten Fragen in der Polizeiausbildung aufwerfen. Polizisten sollen geschützt, aber sie hinterfragen einen Schusswaffengebrauch gegenüber einer Person unter 14 Jahre.
Die AfD-Fraktion ist in Gedanken bei dem Kind und seiner Mutter, aber auch bei den Polizisten, "die sicher nicht leichtfertig zur Waffe griffen und wohl auch selbst schwer an dieser Geschichte zu tragen haben." Gleichzeitig möchten sie sich nicht an Spekulationen über den Einsatz beteiligen. Die SPD-Fraktion möchte sich ebenfalls nicht an Spekulationen beteiligen und wünscht dem Mädchen "eine rasche und vollständige Genesung."