
Landgericht beginnt Verfahren
Vor dem Landgericht Bochum ist am Mittwoch (1.7.) ein Prozess um einen mutmaßlichen Totschlag an einer Frau aus Wattenscheid gestartet. Die Tat soll laut Anklage vor sechseinhalb Jahren geschehen sein. Angeklagt ist der damalige Partner der Frau. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der Mann seine damalige Freundin nach einem Streit getötet haben. Anschließend soll er die Leiche zerstückelt und in einem Waldstück in der Nähe seiner Wittener Wohnung abgelegt haben.
Verspätung im Landgericht
Der Prozessauftakt hat sich verzögert, weil der Angeklagte zu spät zur Anklageverlesung erschienen ist. Anstatt wie geplant um 9 Uhr, hat der Prozess um 12 Uhr angefangen. Als erster Zeuge hat heute der Leitende Ermittler der Polizei als Zeuge ausgesagt. Neue Erkenntnisse konnte er aber nicht liefern. Nahezu alle Maßnahmen, Beweise gegen den Angeklagten – oder auch jemanden anderes zu finden, seien ergebnislos verlaufen. Die Verteidiger hatten bereits mehrfach die schlechte Beweislage gegen ihren Mandanten bemängelt.
Angeklagter weist Vorwürfe zurück
Der Mann stand nach Angaben aus dem Verfahren schon länger im Verdacht. Zunächst galt die Frau als vermisst. Zwei Monate später wurde der Angeklagte zwar festgenommen, wegen fehlender Beweise aber wieder freigelassen. Auch der Fund des Schädels der Frau in einem Waldstück führte zunächst nicht zu einer Anklage. Erst Anfang dieses Jahres wurde der Mann erneut verhaftet, die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Warum es nun doch zum Prozess kommt, ist nach Angaben aus dem Verfahren bislang nicht bekannt. Das Ergebnis einer großangelegten Suchaktion in dem Waldstück im vergangenen März wurde nicht veröffentlicht. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Damit dürfte es sich vor dem Landgericht Bochum um einen Indizienprozess handeln.