
Polizei Bochum sucht nach Säure-Angriff Tatverdächtigen mit Foto
Am 30. Juni 2024 sind mehrere Personen bei einem Säure-Angriff am Café "Fräulein Coffea" in Bochum-Ehrenfeld zum Teil schwer verletzt worden. Nach weiteren Ermittlungen hat die Polizei Bochum jetzt einen weiteren Tatverdächten identifiziert. Wie die Polizei am Montag (6. Juli) bekannt gab, sucht sie nach Andy Benjamin W. aus Herne. Es besteht der Verdacht, dass der 41-Jährige zu der Tat angestiftet haben soll. Nach einem Beschluss der Staatsanwaltschaft suchen die Beamten mit einem Foto in der Öffentlichkeit nach dem Verdächtigen.
Andy Benjamin W. wird als 1,82m groß beschrieben und soll eine kräftige Statur sowie braune Haare haben. Laut der Polizei hat er Tattoos am Arm und trug zuletzt einen Bart. Wo er sich aktuell aufhalten soll, ist unklar. Wenn Ihr den Tatverdächtigen seht, sprecht ihn auf keinen Fall an. Ruft umgehend die Polizei unter der Nummer 110.
Was ist seit dem Säureanschlag in Bochum passiert?
Der Angriff mit Schwefelsäure ereignete sich am helllichten Tag vor zahlreichen Gästen. Der schwer verletzte Mann saß mit seiner Frau und Freunden im Café. Auch seine Frau, eine Kellnerin sowie weitere Personen kamen mit der Säure in Kontakt. Zusätzlich verletzten sich mehrere Polizei- und Feuerwehrkräfte bei dem Einsatz. Ein Tatverdächtiger wurde kurz nach der Tat in Tatortnähe festgenommen und kam wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft.
Im Verlauf der Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass es sich bei dem Anschlag um eine Verwechslung gehandelt haben soll. Das eigentliche Ziel sei der Betreiber des Cafés gewesen, das Motiv liege im persönlichen Bereich. Ein zweiter Tatverdächtiger aus Lünen wurde Ende Juli 2024 festgenommen. Er soll den späteren Täter zum Tatort gefahren haben. Im November 2024 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Fahrer wegen Beihilfe zu einem versuchten Tötungsdelikt. Der Haupttäter hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft das Leben genommen.
Säureanschlag in Bochum könnte in Verbindung mit Rockern stehen
Im April 2025 verurteilte das Landgericht den Fahrer zu vier Jahren Haft wegen Beihilfe zur vorsätzlichen schweren Körperverletzung. Nach Auffassung des Gerichts wusste er, was der Haupttäter vorhatte, als er ihn zum Café brachte. Der Angriff richtete sich nach den Feststellungen des Gerichts gegen den Cafébesitzer, der früher in einem Drogendelikt mit Rockern verwickelt gewesen sein soll. Weil dieser nicht vor Ort war, überschüttete der Täter stattdessen einen Studenten, der ihm ähnelte


