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Kleiner Satellit vor der großen Satellitenschüssel in der Sternwarte Bochum
© Radio Bochum
Kleiner Satellit vor der großen Satellitenschüssel in der Sternwarte Bochum
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Satelliten aus Bochum fliegen ins All

Drei in Bochum entwickelte Kleinsatelliten sollen am Donnerstag (01.10.) ins All starten. Sternwarten-Leiter Thilo Elsner spricht von einem neuen Kapitel.

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Start mit einer Falcon-9-Rakete

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Drei in Bochum entwickelte und gebaute Kleinsatelliten stehen vor ihrem geplanten Start ins All. Die Modelle ERMINAZ-2U, ERMINAZ-2V und ERMINAZ-2X sollen am Donnerstag (01.10.) um 20.18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit abheben. Der Startplatz liegt im kalifornischen Vandenberg.

Eine Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX soll die Satelliten transportieren. Entwickelt, zusammengebaut und für ihren Einsatz im Weltraum getestet worden sind sie im Labor der Sternwarte Bochum. „Wir sind völlig gespannt“, sagt Sternwarten-Leiter Thilo Elsner im Radio Bochum-Interview.

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Fünf Zentimeter große Satelliten

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Die drei sogenannten PocketQubes sind jeweils etwa fünf Zentimeter groß und wiegen rund 250 Gramm. Sie fliegen in einem Aussetzsystem mit, das Projektleiter Peter Gülzow mit einem Weltraum-Taxi vergleicht.

Etwa eine Stunde nach dem Raketenstart soll dieses Orbitalfahrzeug von der Falcon 9 getrennt werden. Die Bochumer Satelliten werden dann aber noch nicht sofort ausgesetzt. Nach Angaben des Projekts kann es weitere Tage oder Wochen dauern, bis sie ihre geplante Umlaufbahn in rund 500 Kilometern Höhe erreichen.

„Die ganze Konfiguration, das ganze Zusammenbauen, die Tests - alles das ist hier an der Sternwarte geschehen“, erklärt Elsner. Einzelne Metallteile sind zudem in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bochum entstanden.

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Bilder aus Bochum fliegen mit

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Die Satelliten sollen unter anderem Strahlung messen und Telemetriedaten zur Erde übertragen. An Bord befinden sich handelsübliche Bauteile. Das Projekt soll zeigen, wie lange diese Technik im Weltraum funktioniert und wie zuverlässig sie unter den dortigen Bedingungen arbeitet. Neben den Messdaten tragen die Satelliten auch Bochumer Motive ins All. „Es gibt Bilder von der Heimatstadt Bochum und auch von der Sternwarte, die in diesen Satelliten gespeichert sind“, verrät Elsner. Welche Bilder genau mitfliegen, will die Sternwarte vor dem Start noch nicht bekannt geben.

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ERMINAZ-2 startet vor ERMINAZ-1

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Ausgangspunkt des Projekts ist ein erfolgreicher Antrag bei einem Nutzlastwettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Ende 2022 gewesen. Ursprünglich sollten Satelliten des Projekts mit der Rakete RFA One des Unternehmens Rocket Factory Augsburg starten. Dieser Start hat sich jedoch verzögert. Durch eine Zusammenarbeit mit der Organisation Libre Space aus Griechenland hat sich eine weitere Mitfluggelegenheit ergeben. Deshalb sollen die drei ERMINAZ-2-Satelliten nun voraussichtlich vor ERMINAZ-1 starten. Entwickelt und finanziert worden sind alle sechs PocketQubes von der Amateurfunkorganisation AMSAT-DL. Mitglieder des Vereins haben sie am Bochumer Vereinssitz gebaut.

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Bodenstation in der Sternwarte

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Sobald Antennen und Solarzellen aktiviert sind, sollen die Satelliten Telemetrie, Funksignale und weitere Missionsdaten übertragen. Die Sternwarte hat für den Empfang eine eigene Bodenstation aufgebaut. Auch Funkamateure in anderen Ländern können die Signale mit kleinen Richtantennen empfangen. Senden dürfen ausschließlich lizenzierte Funkamateure.

Die Bochumer Satelliten sollen außerdem Bilder zur Erde funken. Elsner hofft, dass die Technik wie geplant funktioniert: „Wir lassen uns überraschen, wie weit das Ganze funktioniert. Wir sind guter Dinge.“

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