
Schuss auf 12-Jährige in Bochum: Anwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen Ermittlungsbehörden
Eine Woche nach dem Polizeieinsatz in Bochum-Hamme, bei dem eine 12-Jährige angeschossen wurde, hat der Anwalt des Mädchens deutliche Kritik an der Arbeit der Ermittlungsbehörden geäußert.
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.11.2025 14:03
Kritik an Formulierungen zum Gesundheitszustand
Der Anwalt erklärt, er vermute, dass die Polizei den Gesundheitszustand des Mädchens teilweise lediglich auf Grundlage eigener Informationen eingeschätzt habe. Die öffentlich kommunizierte Formulierung „kritisch, aber stabil“ sei aus seiner Sicht nicht angemessen gewesen, da das Mädchen zum Zeitpunkt der Aussagen „um ihr Leben gekämpft“ habe. Dies lasse nach seiner Auffassung Zweifel an der Neutralität der ermittelnden Behörden entstehen.
Zweifel am polizeilichen Tathergang
Zudem kritisiert der Jurist, dass nach seiner Kenntnis bislang weder die Familienmitglieder noch das Mädchen selbst von den Ermittlern vernommen worden seien. Angehörige, die er bereits befragt habe, schilderten den Ablauf des Einsatzes demnach „deutlich anders“ als es die Polizei bislang darstellt.
Polizei verteidigt Vorgehen
Die Polizei Essen, die in dem Fall die Ermittlungen führt, weist die Vorwürfe zurück. Auf Radio-Bochum-Nachfrage erklärt eine Sprecherin, alle Angaben zum Gesundheitszustand stammten direkt vom zuständigen Krankenhaus, einschließlich der Formulierung „kritisch, aber stabil“. Die Ermittlungen zu dem Einsatz, bei dem das gehörlose Mädchen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit zwei Messern auf die Beamten zugegangen sein soll, dauern weiterhin an. Das Kind befindet sich weiterhin in intensivmedizinischer Behandlung.