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So hilft die Feuerwehr Bochum ihren Einsatzkräften
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So hilft die Feuerwehr Bochum ihren Einsatzkräften

Nach belastenden Einsätzen unterstützt ein eigenes Team die Kräfte der Feuerwehr Bochum. Die Gespräche sind freiwillig und vertraulich.

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Hilfe nach belastenden Einsätzen

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Feuerwehrleute erleben schwere Unfälle, Brände und andere Notlagen. Auch an erfahrenen Einsatzkräften gehen solche Situationen nicht immer spurlos vorbei. Bei der Feuerwehr Bochum kümmert sich deshalb ein Team um die psychosoziale Unterstützung und Notfallversorgung, kurz PSU.

Knapp 45 Menschen aus verschiedenen Bereichen der Feuerwehr gehören nach Angaben von Teamleiter René Goecke dazu. Sie kommen unter anderem aus dem Einsatzdienst, dem Rettungsdienst, der Leitstelle, der Verwaltung und den freiwilligen Löscheinheiten. Dadurch kennen sie die Abläufe und Belastungen aus eigener Erfahrung.

„Das PSU-Team oder die psychosoziale Notfallversorgung ist von Kollegen für Kollegen“ - René Goecke, Feuerwehr Bochum. .

Diese gemeinsame Erfahrung könne den Zugang zu Gesprächen erleichtern. Das Team unterstützt einzelne Einsatzkräfte, bietet aber auch Gespräche für Gruppen an.

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Gespräche sind freiwillig und vertraulich

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Nach besonders belastenden Einsätzen geht das Team aktiv auf die beteiligten Kräfte zu. Die Feuerwehrleute können sich aber auch selbst melden - direkt am Einsatzort oder erst einige Zeit später. „Das basiert immer auf Freiwilligkeit und absoluter Vertraulichkeit“, betont Goecke. Das Team bietet Unterstützung an, verpflichtet aber niemanden zu einem Gespräch. Die Einsatzkräfte entscheiden selbst, ob und wann sie das Angebot nutzen.

Wenn eine Belastung die weitere Arbeit beeinträchtigt, kann die Feuerwehr betroffene Kräfte auch aus dem laufenden Dienst nehmen. Sie können dann nach Hause gehen oder die Einsatznachsorge nutzen. Halten Beschwerden länger an, vermittelt das Team nach eigenen Angaben an weitere Anlaufstellen.

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Unterstützung beginnt schon in der Ausbildung

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Die Arbeit des Teams setzt nicht erst nach einem schweren Einsatz an. Die Mitglieder sprechen bereits in Lehrgängen darüber, wie Stress entsteht, wie Einsatzkräfte ihn verarbeiten können und wann aus einer normalen Reaktion eine länger anhaltende Belastung werden kann.

Nach Angaben von Feuerwehrseelsorger Dirk Rupprecht gehören zwei bis drei Unterrichtseinheiten zur psychosozialen Unterstützung inzwischen zur Grundausbildung. Dabei gehe es nicht darum, den neuen Einsatzkräften Angst zu machen. Sie sollen mögliche Reaktionen kennen und frühzeitig lernen, offen über Belastungen zu sprechen.

„Es ist eine Stärke, wenn ich es ansprechen kann, und keine Schwäche“, sagt Rupprecht. Der Umgang mit psychischer Belastung habe sich bei der Feuerwehr verändert. Heute gebe es eine größere Bereitschaft, Hilfe anzunehmen. Auch Goecke beobachtet einen steigenden Zulauf. Das bedeute nicht, dass es den Einsatzkräften schlechter gehe. Die Angebote fänden vielmehr eine größere Akzeptanz.

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Präsenz am Einsatzort kann helfen

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Bei größeren Schadenslagen kann das PSU-Team direkt an die Einsatzstelle kommen. Dort tragen die Mitglieder lilafarbene Westen. Sie bieten Gespräche, Krisenintervention und spätere Nachsorgetermine an.

Rupprecht hat bei einem Dachstuhlbrand in Bochum-Werne erlebt, dass schon die Anwesenheit des Teams helfen kann. Zwei Einsatzkräfte hätten ihm damals lediglich auf die Schulter geklopft und gesagt, sie seien froh, dass er da sei. „Alleine diese Anwesenheit ist schon viel wert“, sagt Rupprecht. Die Einsatzkräfte wüssten dadurch, dass sie sofort jemanden ansprechen könnten.

Die Mitglieder des Unterstützungsteams übernehmen dabei keine Doppelrolle. Wer selbst an einem belastenden Einsatz beteiligt ist, betreut nicht gleichzeitig andere Kräfte. Reichen die eigenen Kapazitäten nicht aus, kann die Feuerwehr Unterstützung aus Nachbarstädten anfordern.

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Auch landesweit eingeplant

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Das Bochumer Team ist außerdem in ein Unterstützungskonzept des Landes Nordrhein-Westfalen eingebunden. Bei großen Schadenslagen kann es nach Angaben von Goecke für einen Einsatz von bis zu 72 Stunden angefordert werden. Die vorgesehene Abmarschzeit liegt bei vier Stunden.

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein solches Team laut Goecke nicht. Jede Kommune beziehungsweise Feuerwehr entscheidet selbst, wie sie die psychosoziale Unterstützung organisiert. In Bochum arbeitet das Team parallel zum regulären Einsatzbetrieb.

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