
Abgeordnete prüfen Vorgehen vor Polizeieinsatz
Im NRW-Landtag gab es eine Sondersitzung (28.11.), die von SPD und FDP beantragt wurde. Die Abgeordneten wollten unter anderem prüfen, ob Polizei, Jugendamt und Jugendhilfe im Vorfeld ausreichend miteinander kommuniziert haben und die Situation mit dem 12-jährigen gehörlosen Mädchen richtig eingeschätzt wurde. Hintergrund sind Fragen zu Verantwortlichkeiten und Abstimmungen vor dem Einsatz, die nun öffentlich beantwortet werden sollen.
Neue Erkenntnisse
Die Polizei sei mehrfach bei der Mutter vorbeigefahren, um zu kontrollieren ob sich das Mädchen bei ihr aufhalte. Beim dritten Besuch soll es dann zu den Schüssen gekommen sein. NRW-Innenminister Herbert Reul spricht von einer Notsituation, in der sich das Mädchen wegen ihres Gesundheitszustands befunden haben soll, weswegen die Beamten sich Zutritt zu der Wohnung der Mutter verschaffen mussten. Das Mädchen soll auf lebenswichtige Medikamente angewiesen sein, die sie zu einem bestimmten Zeitpunkt einnehmen soll. In der Wohnung sei die Situation dann eskaliert und das Mädchen soll nach Aussagen der Beamten mit zwei Messern auf sie zugelaufen sein. Ein Schuss aus einer der Waffen der Beamten hat das Mädchen dann nach Informationen des Staatsanwaltes in die Brust getroffen. Laut Aussage des Anwalts der Familie des Mädchens sei die Darstellung der Polizei zu dem Einsatz überzogen. Gegen zwei der Beamte laufen Ermittlungsverfahren. Eins wegen versuchtem Totschlag und das andere wegen Körperverletzung im Amt. Beide sind mittlerweile wieder für die Polizei Bochum im Einsatz.
Hintergrund des Vorfalls
Der Vorfall liegt knapp zwei Wochen zurück: Laut Polizei sei das Mädchen in Hamme mit zwei Messern auf die Beamten zugegangen, woraufhin der 12-Jährigen in den Bauch geschossen wurde. Das Essener Kommissariat hat die Ermittlungen übernommen. Das Mädchen soll laut Reul wach und ansprechbar sein. Außerdem wurden die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Bochum an die Staatsanwaltschaft Hagen abgegeben, wegen Befangenheit.