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Teilzeitarbeit in Bochum ist weiblich
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Teilzeitarbeit in Bochum ist weiblich

50.100 Tausend Bochumerinnen und Bochumer arbeiten Teilzeit. 70% davon sind Frauen. Das geht aus Zahlen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hervor. Dabei ist die Wahl eines Teilzeitjobs nicht immer eine freiwillige Entscheidung.

Veröffentlicht: Montag, 23.02.2026 05:45

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Defizite bei Kinderbetreuung und Pflege

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Viele Frauen entscheiden sich für eine Teilzeitstelle, um die Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen zu übernehmen. Auch in Bochum sind von 50.100 Teilzeitstellen 70% von Frauen besetzt, so die NGG unter Berufung auf Zahlen der Arbeitsagentur.

Als Grund nennt die NGG ein Defizit bei Kita-Plätzen und in der Pflegeinfrastruktur. Damit reagiert die NGG auf den Vorschlag der CDU Wirtschaftsunion, das Recht auf Teilzeit einzuschränken. Ohne mehr Kitaplätze sei es nicht möglich, mehr Menschen in Vollzeit zu beschäftigen, so die NGG.

Das wird auch durch Zahlen vom statistischen Landesamt NRW bestätigt. 28 Prozent der Frauen gaben die Kinderbetreuung als Hauptgrund für ihre Teilzeittätigkeit an. Bei den Männern war der Anteil mit 7,3 Prozent deutlich geringer. Das ist allerdings nicht immer eine freiwillige Entscheidung, kann Anke Unger, stellvertretene Vorsitzende des deutschen Gewerkschaftsbund NRW, bestätigen.

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„Sämtliche Studien zeigen ja, dass Frauen eigentlich gerne mehr arbeiten würden. Sie würden ja gerne ihre Stundenzahl aufstocken, aber dafür braucht es ja bestimmte Rahmenbedingungen. Zum Beispiel ist die Kinderbetreuung nicht verlässlich. Manchmal ist es ja überhaupt ein Glücksfall, überhaupt einen Kindergartenplatz zu finden.“ – Anke Unger, stellvertretene Vorsitzende des deutschen Gewerkschaftsbund NRW
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Rahmenbedingungen begünstigen Teilzeit bei Frauen

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Die Betreuungszeiten in den Kitas seien häufig zu kurz, um eine Vollzeittätigkeit für beide Elternteile zu ermöglichen. Weitere Gründe für den geschlechtsspezifischen Unterschied bei der Teilzeit sind steuerpolitische Regelungen wie das Ehegattensplitting und ein niedrigeres Lohnniveau bei Frauen. Gleichzeitig gibt es in Branchen, in denen Frauen häufiger vertreten sind, generell weniger Vollzeitstellen.

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