
Tat im familiären Umfeld
Nach dem Messerangriff am Samstagvormittag (28.03.) in Witten ist ein 13-jähriger Junge an seinen Verletzungen gestorben. Seine 38-jährige Mutter und die neunjährige Schwester wurden schwer verletzt und werden weiterhin intensivmedizinisch behandelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind sie inzwischen außer Lebensgefahr. Tatverdächtig ist der 40-jährige Vater der Familie. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Eine Haftrichterin hat Haftbefehl wegen eines Tötungsdelikts erlassen. Der Mann hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der getötete Junge ist in Bochum auf die Rudolf Steiner Schule gegangen. Für Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klasse werden in den kommenden Tagen schulische Unterstützungs- und Gesprächsangebote angeboten.
Streit eskaliert
Nach bisherigen Erkenntnissen war es zunächst zu einem Streit in der Wohnung der Familie gekommen. Dieser verlagerte sich anschließend auf die Straße. Dort soll der Mann laut Zeugenaussagen mit einem Messer auf die Familienmitglieder eingestochen haben. Anwohner wurden durch Schreie aufmerksam und alarmierten Polizei und Rettungskräfte. Für den 13-Jährigen kam trotz schneller Hilfe jede Unterstützung zu spät – er starb später im Rettungswagen. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen kurz nach der Tat festnehmen. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Der Bereich rund um das Wohnhaus wurde weiträumig abgesperrt, Spuren wurden gesichert.
Ermittlungen laufen
Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft will in den kommenden Tagen weitere Zeugen befragen. Der Tatverdächtige war laut Polizei zuvor nicht auffällig, auch Hinweise auf psychische Erkrankungen gab es bislang nicht. Die Tat sorgt auch über Witten hinaus für große Betroffenheit. Am Sonntag kamen rund 100 Menschen zu einer Kundgebung am Wittener Hauptbahnhof zusammen. Später legten Anwohner in der Nähe des Tatorts Blumen und Kerzen nieder. Wittens Bürgermeister zeigte sich erschüttert und sprach von einer Tat, die „fassungslos“ mache - besonders wegen des Todes eines Kindes. Die Stadt bittet gleichzeitig darum, Rücksicht auf die Familie zu nehmen und Spekulationen zu vermeiden.