
Die Toilette für alle ist mehr als barrierefrei
Seit Mittwoch, dem 29.04.2026, steht am Konrad Adenauer Platz im Bermuda3Eck, schräg gegenüber der Bühne, ein großer, dunkelgrauer Container. Es handelt sich um die Toilette für alle, auf die Gäste mit schweren Behinderungen gehen können. Besonders am Bermuda3Eck waren behindertengerechte Toiletten seit Langem ein Thema - Menschen mit Behinderungen konnten lange nicht wirklich teilnehmen. Die Toilette für alle soll Abhilfe schaffen. Dabei ist sie mehr als nur barrierefrei. Natürlich gibt es keine Stufen; zusätzlich gibt es aber drinnen auch genug Platz für Rollstühle und Begleitpersonen, so wie eine Liege (wenn zum Beispiel mal eine Inkontinenz-Einlage gewechselt werden muss) und einen beweglichen Tragekran. Hinein kommt ihr mit einem sogenannten Euroschlüssel, den ihr online beantragen könnt.
Die Toilette für alle war lange in Vorbereitung - jetzt ist sie da
Getroffen wurde die Ratsentscheidung für eine solche barrierefreie und behindertengerechte Toilette in der Innenstadt bereits 2013. Doch es dauerte, bis alles koordiniert war. "Besonders die Standortsuche war kompliziert", sagt Markus Bradtke, der Baudezernent der Stadt Bochum. Beim Standort war sowohl wichtig, dass die Toilette einfach zugänglich und nah am Geschehen war, als auch, dass genügend Platz da war.
Eine Entlastung für Menschen mit Behinderung
"Das ist sehr wichtig für uns Menschen mit Behinderung. Vor allem auch, was die Sichtbarkeit angeht für so Dinge, die für viele komplett selbstverständlich sind", sagt Victoria Michels, die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Behinderte in Bochum. Sie und ihre AG haben lange für Inklusionsschritte wie diesen gekämpft. "Viele sind oft zu Hause geblieben, statt auszugehen, weil es hier einfach nirgens möglich war, auf die Toilette zu gehen". Damit ist zumindest im Bermuda3Eck erstmal Schluss. "Es muss aber auch weitergehen. In der Innenstadt ist überall noch Bedarf für mehr Teilhabe".
Ein gemeinsames Projekt der Stadt, der AG und dem Mandragora
Das Ganze war ein gemeinsames Projekt der Stadt Bochum, der AG Behinderte in Bochum - und dem Mandragora, das sich für die Stadt um die Toilette für alle kümmern wollen. "Wir halten da ein bisschen unsere Augen drauf und halten die auch sauber", sagt Julian Kruse, der Geschäftsführer vom Mandragora.