Anzeige
Glücksspiel in Bochum: Überdurchschnittlich viele Spielhallen in der Stadt
© M. Schuppich - Fotolia
Teilen:

Glücksspiel in Bochum: Überdurchschnittlich viele Spielhallen in der Stadt

Eine aktuelle landesweite Studie zeigt, dass das Angebot an Glücksspielen in Bochum im Vergleich zum NRW-Schnitt besonders hoch ausfällt. Glücksspieler in Bochum haben im letzten Jahr in Bochum über 21 Millionen Euro verloren.

Veröffentlicht:

Anzeige

Hohe Dichte an Spielhallen in Bochum

Anzeige

Die neue „Rote Studie“ zur Angebotsstruktur des Glücksspielmarktes zeigt, dass Bochum bei der Anzahl der Spielmöglichkeiten über dem Landesdurchschnitt liegt. In der Stadt gibt es aktuell 56 Lokale mit Spielhallenerlaubnis an 42 verschiedenen Standorten. Rechnerisch kommt damit in Bochum eine Konzession auf etwa 6.409 Einwohner. Im Vergleich dazu liegt der NRW-weite Durchschnitt deutlich niedriger: In einer typischen Kommune kommen rund 7.266 Menschen auf eine Konzession. Damit ist das Angebot an legalen Spielstätten in Bochum im Verhältnis zur Einwohnerzahl spürbar dichter als in vielen anderen Teilen Nordrhein-Westfalens.

Anzeige

Millionenverluste an Bochumer Automaten

Anzeige

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, welche Summen in der Stadt bewegt werden. Insgesamt stehen in Bochum 686 Geldspielgeräte, davon 540 in klassischen Spielhallen und 146 in Gaststätten. Die Studie berechnet für Bochum einen jährlichen Kasseninhalt - also den Verlust der Spieler - von rund 21,3 Millionen Euro allein für die Geräte in Spielhallen. Auch bei der Gerätedichte liegt Bochum mit einem Automaten pro 523 Einwohnern über dem NRW-Median von 596 Personen pro Gerät. Die Stadt profitiert allerdings auch finanziell von diesem Markt: Die Vergnügungssteuer für diese Geräte beträgt in Bochum aktuell fünf Prozent des Einsatzes.

Anzeige

Gefahren in Kneipen und mangelnde Kontrollen

Anzeige

Experten beobachten mit Sorge, dass das Glücksspiel zunehmend in Gaststätten stattfindet, da hier die Hemmschwelle oft niedriger ist und gleichzeitig Alkohol konsumiert wird. In Bochum ist dieser Bereich mit 146 Geräten ein fester Bestandteil des Marktes. Landesweit zeigt die Studie zudem große Lücken bei der Überwachung: Viele Kommunen kontrollieren nicht regelmäßig, ob illegale „Fun-Games“ aufgestellt sind oder der Jugendschutz eingehalten wird. Besonders in Großstädten wie Bochum werden bei Kontrollen jedoch häufig Verstöße festgestellt. Da Bochum als Großstadt über spezialisierte Beratungsstellen verfügt, ist die Hilfe für Suchtgefährdete hier zumindest besser erreichbar als im ländlichen Raum.

„Die 18. Auflage der Studie zeigt, dass das terrestrische Glücksspielangebot in Nordrhein-Westfalen weiterhin sehr dicht bleibt. Zwar ist die Zahl der Spielhallenstandorte zurückgegangen, gleichzeitig konzentriert sich das verbleibende Angebot, und die Zahl der Geldspielgeräte in Gaststätten ist gestiegen.“ - Verena Küpperbusch, Leiterin der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW
Anzeige
Anzeige
Anzeige