
VfL Bochum vor Aufbruch ins Trainingslager
Der VfL Bochum bricht am Samstag (18.07.) ins Trainingslager nach Bramberg in Österreich auf. Dort bereitet sich das Team von Trainer Uwe Rösler eine Woche lang auf den Zweitligastart vor. Am Samstag gibt es noch eine Laufeinheit vor Ort in Bochum, dann geht der Flieger Richtung Salzburger Land. Der VfL-Coach verspricht sich auch angesichts des Umbruchs in der Mannschaft einiges von diesem Trainingslager. Am Sonntag soll in Bramberg dann zweimal trainiert werden. Am Dienstagabend (21.07.) ist ein Testspiel gegen den walisischen Club Swansea City geplant. Zum Abschluss des Trainingslagers (25.07.) trifft der VfL Bochum dann noch auf den Erstligisten Werder Bremen.
VfL-Coach Uwe Rösler im Interview mit Radio-Bochum-Sportreporter Günther Pohl
Günther Pohl: Nach dem Samstag-Training geht es mit dem Flieger Richtung Österreich. Was erwartet die Spieler dort an Belastung?
Uwe Rösler: [...] Ich glaube, wir haben erst drei Tage frei gehabt, seitdem wir angefangen haben. [...] Ich glaube, das ist notwendig jetzt. Und dann am Samstagfrüh eine Laufeinheit ohne Ball. Jeder kriegt dann das, was er braucht. Die einen kriegen Volumen, die anderen kriegen Intensität, die anderen kriegen Sprints. Das haben wir so ein bisschen gegliedert, individualisiert für jeden Spieler, wo er jetzt steht. Und dann fliegen wir und fangen am Sonntag an mit einer Doppeleinheit. Früh eine Einheit, wo man reinkommt, wo man den Platz kennenlernt, wo wir nach dem Travel-Tag den Flug aus den Beinen kriegen. Da werden wir eine Stunde machen, eine Stunde zehn. Keine großen Dinge. Nachmittags werden wir eine gute Einheit machen. Da geht es um Spielform, da geht es um Prinzipien, da geht es - glaube ich - nicht so sehr um Taktik. Die Taktik machen wir am ersten Tag vor dem Spiel. Aber gute Intensität am Sonntagnachmittag. Am Montag eine Einheit, vielleicht sogar zwei mit einer Standardsituation - das weiß ich aber noch nicht. In dem Trainingslager generell werden Standards jetzt eine größere Rolle spielen, also offensiv und defensiv. Aber es ist angeplant, höchstwahrscheinlich eine Einheit zu machen. Das wird die letzte Einheit vor dem Spiel sein. Wie wir die immer machen - vielleicht auch ein bisschen Wert legen auf Standards. Dann Mittwoch Spielersatztraining und Regeneration und nachmittags frei. Donnerstag Training, ich glaube zweimal: einmal auf dem Platz, wo Standards auf dem Programm stehen werden, einmal normale Einheit. Freitag, einen Tag vor dem Spiel, eine Einheit - und Samstagsspiel.
Günther Pohl: Drei Wochen der Vorbereitung sind mit dem Start des Trainingslagers um. Wird jetzt auch langsam sich das herauskristallisieren, dass du bei den Testspielen weniger testest und den Spielern noch längere Zeit gibst als das jetzt gegen Amsterdam?
Uwe Rösler: Na gut, gegen Werder Bremen haben wir ja zweimal 60 Minuten, dann ist es relativ flexibel, was auch gut ist. Generell muss man sagen: Wir müssen jetzt auch langsam Spieler an die 90 Minuten ranführen. In den nächsten Spielen - ich weiß nicht, ob gegen Swansea - aber auf jeden Fall in den nächsten drei Spielen werden vier, fünf, sechs Spieler dann auch schon 90 Minuten gehen müssen.
Günther Pohl: Wenn ich frage nach Wittek, nach Hofmann und nach Mats: Werden die ihre ersten Minuten bekommen? Sind die schon so weit?
Uwe Rösler: Mats hat gerade das Training abgebrochen, weiß ich nicht, was das ist. Werden wir sehen. War eigentlich geplant, aber es war bis jetzt sehr gut. Da hat es ein bisschen gezwickt in der Leiste gerade - irritiert mich ein bisschen. Hoffentlich ist es nicht so schlimm. Eigentlich war angeplant, dass Holtmann und Pannewig ihre ersten Minuten bekommen - und Chris auch seine ersten Minuten.
Günther Pohl: Und Wittek?
Uwe Rösler: Wittek definitiv.
Günther Pohl: Trainingslager ist ja mittlerweile Standard bei allen Vereinen, vor allen Dingen im Sommer. Ist das für den Trainer auch nochmal die Möglichkeit, am Rande des Platzes viele Gespräche zu führen, um vielleicht den Spielern, gerade den Neuen, noch mehr zu verinnerlichen, wie Uwe tickt?
Uwe Rösler: Das ist für jeden Trainer so. Der Trainer versucht immer, seine Mannschaft zusammenzuhalten. Man hat auch gesehen: Im Wintertrainingslager war ich sehr dankbar, dass wir da wegfliegen konnten, dass es für uns richtig gut getan hat - wie wir aus den Startblöcken gekommen sind. Gegen Darmstadt ein sehr gutes Spiel gemacht, 3:3 gespielt, dann gegen Schalke gewonnen, dann gegen Paderborn - drittes Spiel - sehr ordentlich gespielt, dann in Mainz, in Münster eigentlich gewinnen müssen. Wir sind da gut rausgekommen. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir die Möglichkeit hatten, ins Trainingslager zu fahren. Erstmal bringst du die Mannschaft zusammen. Du hast mehr Zeit, verbringst mehr Zeit auf dem Trainingsplatz, kannst auch mehr Meetings, Videomeetings einstreuen. Das hilft jedem Spieler, das hilft auch dem Trainerteam, sich besser darauf vorzubereiten. Für mich im Trainingslager gerade jetzt: Ihr habt es gesagt, wir haben 17 Abgänge. Das ist schon eine Kante. Und da ist dieses Trainingslager für die Integrierung, für den Spirit, für die Klarheit, für das Kennenlernen unheimlich wichtig.
Günther Pohl: Wie wir dich kennen: Du bist 24 Stunden on fire. Abseits von den Telefonaten mit deiner Frau - gibt’s noch irgendwas, wo du mal abschalten kannst?
Uwe Rösler: Zolli wird mich schon mal auf ein Glas Wein einladen, nehme ich an - im Trainingslager. Dann kann ich schon mal ein bisschen abschalten.
Günther Pohl: Danke.
Uwe Rösler: Bitte.