
Verkehrsunfälle Bochum: Immer mehr Unfälle mit Jugendlichen
Die Polizei Bochum hat Zahlen zu den Verkehrsunfällen im letzten Jahr veröffentlicht. Drei Menschen sind im Verkehr in Bochum ums Leben gekommen. In leichtere Verkehrsunfälle sind immer öfter Kinder und Jugendliche verwickelt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.03.2026 11:24
Verkehrsunfälle in Bochum 2025: Das sind die Zahlen im Überblick
Insgesamt wertet die Polizei Bochum aus: In unserer Stadt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
- 2025 gab es 910 Unfälle im Straßenverkehr in Bochum, 2024 waren es noch 886.
- Verunglückte (Getötete, Leicht- und Schwerverletzte) insgesamt: 1081 - 2024 waren es noch 1077. Insgesamt sind drei Menschen im Straßenverkehr gestorben. 2024 war diese Zahl noch doppelt so hoch. Insgesamt gab es laut Polizei weniger Unfälle mit Schwerverletzen.
- Mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss: Anstieg von 94 auf 118 (+25,53%).
- Rund ein Viertel aller Verunglückten macht die Gruppe der Fahrrad- und Pedelec-Fahrenden aus. Die Zahl stieg von 236 auf 254 im Vergleich zum Vorjahr.
- Besonders starker Anstieg bei verunglückten E-Scooter-Fahrenden: Anstieg von 43 auf 66. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 50%.
Die Polizei konnte außerdem drei Hauptgründe für Verkehrsunfälle mit Verletzen oder Toten ausmachen: Missachtung der Vorfahrtsregeln (9,34%), Nichtbeachten des Sicherheitsabstands (8,68%) und Fehler beim Abbiegen nach links (6,26%).
Drei Unfalltote in Bochum 2025
Drei Menschen haben in Bochum letztes Jahr im Straßenverkehr ihr Leben verloren. Besonders sticht dabei der 27. Oktober raus: An dem Montag nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit starben gleich zwei Menschen in Zusammenhang mit Unfällen mit einer Straßenbahn.
In den Abendstunden wollte an diesem Tag ein 27-jähriger Fußgänger den Castroper Hellweg überqueren. Im Gleisbett wurde er von einer Straßenbahn erfasst und starb an seinen Verletzungen. Am selben Abend gab es einen Unfall mit einer Straßenbahn auf der Universitätsstraße auf Höhe der Autobahn 448. Dort ist ein 64-Jähriger mit seinem Pkw nach links auf die Autobahn-Auffahrt der A448 in Fahrtrichtung Essen abgebogen und kollidierte mit einer Straßenbahn, die in Richtung Innenstadt fuhr.
Der dritte Verkehrsunfall mit Todesfolge ereignete sich Ende November. Dort stürzte ein 55-jähriger Fahrradfahrer auf der Königsallee wegen eines internistischen Notfalls ohne Fremdverschulden. Seine Verletzungen waren tödlich.
Mehr Unfälle mit Kindern und Jugendlichen in Bochum
Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf: Immer mehr Kinder und vor allem Jugendliche waren im Jahr 2025 an Verkehrsunfällen beteiligt und sind verunglückt. Bei Kindern stieg die Zahl von 92 auf 99 - bei Jugendlichen deutlich stärker von 35 auf 56. Das ist für die Jugendlichen ein Anstieg von 60%.
Dabei sind Menschen unter 18 Jahren in allen Bereichen des Straßenverkehrs verunglückt: Als Fußgänger, aber auch motorisiert auf E-Rollern. Die Polizei spricht beispielhaft von Jugendlichen, die ohne Helm E-Roller fuhren und sich so verletzt haben oder auch zu zweit auf E-Rollern unterwegs waren. Insgesamt ruft die Polizei deshalb zu mehr Vernunft im Straßenverkehr auf.
"Die E-Scooter sind durch das Leihwesen überall verfügbar. Das heißt, der Zugriff ist viel schneller. Die sind viel eher unterwegs und teils mit sehr wenig Erfahrung im Verkehr. Es kommt dann zu Verkehrsunfällen, es kommt zu Verstößen." - Polizeipressesprecher Marco Bischoff