
Hinweise auf strukturelle Probleme
Laut der WAZ geht es um eine ganze Reihe schwerer Vorwürfe - darunter sexuelle Belästigung, übergriffiges Verhalten und Machtmissbrauch innerhalb des Kollegenkreises. Mehrere aktuelle und ehemalige Beschäftigte schildern demnach unabhängig voneinander ähnliche Erfahrungen. Die Zeitung spricht von möglichen strukturellen Problemen und einer „Kultur des Schweigens“, in der Fehlverhalten nicht konsequent verfolgt worden sei.
Konkrete Vorfälle geschildert
Die WAZ berichtet unter anderem von einem Mitarbeiter, der eine Kollegin über längere Zeit bedrängt haben soll. In einem weiteren Fall soll eine Praktikantin von einem Vorgesetzten „aus Spaß“ mit Handschellen fixiert worden sein. Auch unangemessene Kommentare und Vorfälle bei internen Veranstaltungen werden beschrieben.
Stadt bestätigt Teile der Vorwürfe
Die Stadt Bochum bestätigt laut WAZ einen Großteil der bekannt gewordenen Fälle. In einzelnen Fällen habe es Konsequenzen gegeben, etwa Freistellungen oder Kündigungen. Oberbürgermeister Jörg Lukat hat inzwischen eine Sonderprüfung durch das Rechnungsprüfungsamt angeordnet.
Reaktionen aus der Bochumer Politik
Die Fraktion der Grünen fordert per Ratsanfrage eine umfassende Aufklärung. Zudem soll geklärt werden, wie solche Taten künftig verhindert werden können. Auch die Bochumer Linke möchte strukturelle Veränderungen durchsetzen und betont, dass wenn die Vorwürfe stimmen sollten es sich dabei um ein systematisches Versagen handle. Die Stadtgestalter fordern neben der Aufklärung auch eine Analyse der gesamten Struktur im Ordnungsamt. Von der SPD äußerte sich Dr. Peter Reinirkens schriftlich gegen über Radio Bochum:
Wir unterstützen den Oberbürgermeister bei der lückenlosen Aufklärung der Sachverhalte im Ordnungsamt. Fehlverhalten, egal welcher Art, dulden wir nicht. Wo Probleme existieren müssen sie angesprochen und gelöst werden. Wir erwarten hier präventive Schritte, wie dies in Zukunft vermieden werden kann. Gleichzeitig betonen wir, wo nachgewiesenes Fehlverhalten vorliegt, kann eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst nicht fortgesetzt werden. Wir sprechen unser Vertrauen allen Beschäftigten des Ordnungsdienstes aus, die ihre Tätigkeit im Dienst der Bochumer Bürgerinnen und Bürgern pflichtgemäß ausüben.
Die CDU Bochum möchte sich vor allem dafür einsetzen, dass die Betroffenen jetzt geschützt werden.
Weitere Details bei der WAZ
Die vollständige Recherche mit weiteren Details, Hintergründen und Aussagen von Betroffenen gibt es bei der WAZ Bochum.