
Ruhr-Universität besonders stark betroffen
Die Hochschulen in Bochum müssen im kommenden Jahr mit deutlich weniger Landesmitteln auskommen. Der Wissenschaftsausschuss des Landtags NRW hat am Mittwoch (12. November) mit den Stimmen von CDU und Grünen Kürzungen im Hochschulbereich in Höhe von insgesamt 128 Millionen Euro beschlossen. Für die Bochumer Einrichtungen bedeutet das Einsparungen von 12,296 Millionen Euro. Die größte Last trägt die Ruhr-Universität Bochum, deren Budget um mehr als 10,29 Millionen Euro reduziert werden soll. Auch die neu gegründete Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gesundheit - hervorgegangen aus der Fusion der Hochschule Bochum und der Hochschule für Gesundheit - muss eine Kürzung von zwei Millionen Euro verkraften.
Kritik an Begründung und Folgen der Sparmaßnahmen
Der Bochumer SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Bastian Hartmann sieht in den Kürzungen eine erhebliche Belastung für den Wissenschaftsstandort. Nach seiner Einschätzung gefährden die Einschnitte sowohl die zukünftige Entwicklung der Hochschulen als auch die Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Personals. Da viele Beschäftigte befristet angestellt seien, drohe der Sparzwang vor allem dort wirksam zu werden. Die Landesregierung verweist zur Begründung auf sinkende Studierendenzahlen. Für den weiteren parlamentarischen Prozess kündigt die SPD-Fraktion Änderungsanträge an, um die geplanten Einsparungen abzumildern oder ganz zu verhindern.
Einschätzung der Ruhr-Universität zum Kürzungspaket
Die RUB bewertet die nun beschlossenen Einschnitte als schmerzhaft, aber im bundesweiten Vergleich als moderat. Nach Angaben der Universität seien Kürzungen derzeit in allen Bundesländern ein Thema. In NRW sei der Prozess jedoch „relativ ruhig und konstruktiv“ verlaufen. Zwar bedeute der Wegfall von rund 10 Millionen Euro im Grundhaushalt ab 2026 eine erhebliche Belastung, dennoch zeigt sich die Hochschule erleichtert, dass die Summe geringer ausfällt als zunächst befürchtet. Besonders wichtig sei zudem die Verlängerung der bestehenden Hochschulvereinbarung bis Ende 2028, wodurch das Land weiterhin Tarif- und Besoldungssteigerungen finanziert. Die RUB verweist darauf, bereits in den vergangenen Jahren eine umfassende Konsolidierungsrunde mit strukturellen Einsparungen von rund 25 Millionen Euro durchgeführt zu haben. Erst 2026 könne jedoch konkret gesagt werden, in welchen Bereichen weitere Kürzungen notwendig werden.