Zu wenig Organspenden bei uns in Bochum

Mediziner beklagen, dass bei uns in Bochum zu wenig Organe gespendet werden

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Zu wenig Spenderorgane

In Bochum gibt es zu wenig Organspender, sagt Prof. Dr. Richard Viebahn, der Leiter des Bochumer Transplantationszentrums am Knappschaftskrankenhaus in Langendreer. Dort warten aktuell rund 400 Patienten auf ein Spenderorgan. Es werden aber nur etwa 100 bis 150 Organe im Jahr transplantiert, denn es gibt deutlich mehr Patienten auf der Transplantationsliste, als Spender. Das Transplantationszentrum in Langendreer gehört zu den renommiertesten Einrichtungen für die Transplantation von Nieren und Bauchspeicheldrüsen in ganz Deutschland.

Mitarbeiter im Transplantationszentrum hätten sich Neuregelung gewünscht

In Bochums einzigem Transplantationszentrum hätten sich die Mitarbeiter bei der Neuregelung der Organspenden deswegen die doppelte „Widerspruchslösung“ gewünscht. Damit wäre jeder automatisch Organspender geworden, der vorher nicht ausdrücklich "Nein" gesagt hat. jetzt sollen wir alle zehn jahre darauf angesprochen werden, wenn wir uns einen neuen Personalausweis holen müssen.

Fehlende Organe schaden Patienten

Weil durch die zu geringe Anzahl an Spenden Patienten auf Organe warten müssen, besteht für sie ein großes Risiko. Das betrifft vor allem Patienten, die eine neue Niere brauchen, sagt der Leiter des Zentrums, Prof. Dr. Richard Viebahn. Denn je länger die Patienten auf ein Spenderorgan warten müssen, desto schlechter das Ergebnis der Transplantation, sagt Viebahn.

Erfahrungen mit Widerspruchslösung sind positiv

Die heute vom Bundestag abgelehnte Widerspruchslösung gilt in nahezu all unseren Nachbarländern. Dort ist dadurch die Anzahl der Spender gestiegen, sagt Prof. Dr. Richard Viebahn der Leiter des Transplantationszentrum bei uns in Bochum. In Wales wurde die Widerspruchsregelung beispielsweise 2015 eingeführt. Seitdem sind dort die Zustimmungsraten für Organspenden auf 75 Prozent gestiegen.

Umgang mit Angehörigen könnte leichter werden

Prof. Dr. Viebahn glaubt auch, dass mit der Widerspruchsregelung der Umgang mit den Angehörigen einfacher geworden wäre. Im Moment müsst ihr als Angehörige entscheiden, ob die Organe des Verstorbenen gespendet werden dürfen. Zumindest, wenn der Verstorbene vor seinem Tod nicht ausdrücklich gesagt hat, dass er seine Organe spenden will. Das überfordert viele Angehörige in so einer schwierigen Situation aber extrem, sagt Prof. Dr. Richard Viebahn.

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