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Die Radio Bochum-Weihnachtsgeschichte

Die Radio Bochum-Weihnachtsgeschichte

An Heiligabend können Sie mit dabei sein. Bei unserer Radio Bochum - Weihnachtsgeschichte „Der kleine Bochumer". Sie suchen sich einfach den Part eines Kapitels aus, den sie gerne vortragen möchten. Dann bewerben Sie sich bei uns, entweder telefonisch unter 0800-985-985-0 oder per Email an info(at)radiobochum(dot)de. Und dann können Sie an Heiligabend live bei unserer Radio Bochum Weihnachtsgeschichte mit dabei sein. Wir freuen uns auf Sie!

zum Anhören

Kapitel 1

1. Es begab sich zu einer Zeit im Jahre 2010 im Städtchen Bochum. Hier beginnt unsere Geschichte, genau auf der Grenze zwischen Wattengerthestiepelhausen und Querenweitmarfeld. Wir befinden uns im Haus des kleinen Bochumers in der Herbert-Grönemeyer-Allee. Schnee bedeckt Wege und Straßen. Das Kalenderblatt zeigt den 20. Dezember.

2. Der kleine Bochumer sitzt im Bus der Bogestra. Dick verpackt in winterliche Gewänder hat er sich auf den Weg in die Kortumstraße gemacht. Die Weihnachtsgans fehlt ihm noch - und auch die Geschenke, die Tanne und der Christbaumschmuck. Doch kaum, dass der kleine Bochumer die ersten weihnachtlich dekorierten Schaufenster bestaunt, stürmt eine Frau mit roten Wangen und Schürze aus einem Hauseingang.

3. „Hilfe! Ich brauche dringend Hilfe! Ich bin von der Bochumer Suppenküche, und wir schaffen es nicht, die ganzen Kartoffeln zu schälen. Wir brauchen dringend Hilfe." Warum eigentlich nicht, denkt sich der kleine Bochumer. Es ist Weihnachten, und Du kannst ruhig etwas Gutes tun. Also nickt er und folgt der Frau in das Innere des Hauses. „Oh das ist so nett, dass Sie helfen!"

4. Schnibbeln, Schälen, Kochen, Würzen, Abschmecken, Ausschenken, Abräumen und Spülen. Unser kleiner Bochumer ist schwer damit beschäftigt, gute Taten zu tun. Am Abend kommt der kleine Bochumer völlig erschöpft, aber glücklich nach Hause. Den ganzen Tag hat er in der Suppenküche ausgeholfen. Die Weihnachtseinkäufe sind zwar auf der Strecke geblieben, aber morgen, ja, morgen ist auch noch ein Tag.

Kapitel 2

1. Neuer Tag, neues Glück. Der kleine Bochumer hat noch viel zu tun und ist schon früh auf den Beinen. Heute will der große Weihnachtseinkauf geschafft werden. Er schlendert über den Boulevard am Rathaus vorbei und sieht eine Frau mit Mantel und Schal. Sie steht vor der großen Glocke, umringt von einer Menschentraube. Der kleine Bochumer tritt vorsichtig näher...

2. Es ist die Oberbürgermeisterin, Ottilie Scholz: - Hier folgt der Weihnachtsgruß von Frau Scholz. - Wie nett, denkt der kleine Bochumer und schlendert weiter. Hinauf in die Kortumstraße, am Gebäude von Radio Bochum vorbei in die Huestraße. Was ist denn da? fragt er sich. Eine Frau packt Weihnachtspakete. Sie blickt sich um und rauft sich das Haar.

3. Der kleine Bochumer tritt näher und fragt: „Kann ich Ihnen helfen, gute Frau?" Die Dame inmitten eines Berges aus Päckchen sieht auf. „Hallo, ich bin Monika Mehring von der Bochumer Caritas. Wir packen gerade gespendete Weihnachtspakete für Bedürftige. Aber es sind einfach viel zu viele. Können Sie uns vielleicht helfen?" Natürlich kann ich das, denkt der kleine Bochumer. Eine gute Tat jeden Tag.

4. Eine Puppe zu den Kindern, ein Pfund Kaffee zu den Senioren, Glitzersticker in das Päckchen für das Mädchen. Der kleine Bochumer packt und sortiert den lieben langen Tag, bis alle Pakete gut verschnürt aufgestapelt sind. „Danke", sagt Frau Mehring noch einmal, und der kleine Bochumer fährt zufrieden nach Hause. Wieder ein harter Tag, wieder etwas Gutes getan, - aber wieder keine Weihnachtseinkäufe. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Kapitel 3

1. Bochum, der 23. Dezember. Der kleine Bochumer ist fest entschlossen, heute seine Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Er ist besonders früh aufgestanden und hat sich auf dem Weg in die Innenstadt gemacht - mittlerweile schon zum dritten Mal. Dieses Mal wird es allerdings klappen, da ist sich der kleine Bochumer sicher.

2. Er bestaunt die Auslagen in den Geschäften und flaniert über den Boulevard, vorbei an einigen singenden Kindern. Neben ihnen ist ein Krippenspiel aufgebaut mit handgeschnitzten Figuren und einem kleinen Lämmchen. Und gerade als der kleine Bochumer eines der weihnachtlich dekorierten Geschäfte betreten möchte, erblickt er eine Frau. Sie trägt Putzkittel, Brille, Mantel und ist bepackt mit Tüten. Der kleine Bochumer überlegt nicht lange und geht auf sie zu.

3. „Brauchen Sie Hilfe?", fragt er und blickt in ein freundliches Gesicht. Walli: „Hörn se ma, ich bin die Waltraud Ehlert, ich hab hier so viele Tüten und ich muss da über die Straße, und dat is so schwer". Der kleine Bochumer nimmt einige der Einkaufstüten und trägt sie der Reinigungsfachkraft Waltraud Ehlert über die Straße. Walli: „Könnse mir die bitte auch noch nach Hause tragen? Ich wohn hier gleich umme Ecke anne Stadtgrenze Herne. Nur 12 Haltestellen Mitte U35! Dat geht doch ganz schnell."

4. Selbstverständlich hilft der kleine Bochumer der rüstigen Dame und schleppt die Einkaufstüten bis in den 8. Stock ihres Hauses hinauf, im äußersten Norden Bochums. Nach drei Tässchen Kaffee und zwei Stückchen Frankfurter Kranz fährt der kleine Bochumer nach Hause, - denn die Geschäfte in der Innenstadt haben mittlerweile geschlossen. Die Weihnachtseinkäufe sind noch nicht erledigt, - aber morgen ist ja auch noch ein Tag!

Kapitel 4

1. Heiligabend. Im Kühlschrank gähnt weiterhin Leere. Der Tannenbaum fehlt. Keine Geschenke, - jetzt wird es aber allerhöchste Zeit für unseren kleinen Bochumer. Wieder macht er sich auf den Weg in die Innenstadt und schlendert an einer Holzbude vorbei. Davor viele Menschen mit dampfenden Tassen in der Hand.

2. In der Holzbude wirbelt eine junge Frau mit hochrotem Kopf. Sie murmelt etwas vor sich hin und eilt von Gast zu Gast. „Oh je...die Rosi ist heute nicht zur Arbeit gekommen. Wie soll ich das denn allein schaffen?" Der kleine Bochumer verzieht das Gesicht. Er muss seine Weihnachtseinkäufe erledigen, aber die gute Frau braucht seine Hilfe. Er seufzt.

3. Der kleine Bochumer tritt hinter den Ausschank, greift sich Tassen und beginnt der netten Frau zu helfen, die erst verblüfft ist, dann aber glücklich lächelt. „Das ist aber nett, vielen Dank. Sie sind mir eine große Hilfe", sagt sie und schöpft gleich neuen Mut.

4. Am Abend schließt die Glühweinbude. Die Verkäuferin bedankt sich noch einmal bei unserem kleinen Bochumer und geht nach Hause. Ihr Mann wartet auf sie mit einem köstlichen Weihnachtsschmaus. Der kleine Bochumer blickt sich um: Die Geschäfte haben geschlossen, und wieder hat er seine Weihnachtseinkäufe nicht geschafft - und das an Heiligabend.

Kapitel 5

Heiligabend: 18 Uhr. Der kleine Bochumer sitzt zuhause vor dem Kamin. Ganz allein. Ohne Tannenbaum, ohne Geschenke und ohne Gans. Doch da klopft es an der Tür: Da stehen zwei Leute Schnee. Das ist doch Monika Mehring von der Bochumer Caritas, der ich geholfen habe, die Päckchen für Bedürftige zu packen, denkt der kleine Bochumer.

„O-Ton Mehring: Sie haben mir so nett geholfen, jetzt helfe ich Ihnen und habe Lebkuchen und Weihnachtsmusik mitgebracht."

Und eine zweite Frau mit roter Nase tritt in die warme Stube. Roswitha Schulze von der Bochumer Suppenküche - auch ihr hatte der kleine Bochumer geholfen.

„Hallo! Ich habe Ihnen ein leckeres Weihnachtsessen mitgebracht, weil Sie uns so nett unter die Arme gegriffen haben."

Der kleine Bochumer strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Gerade als er die Tür schließen will, sieht er zwei weitere Gestalten im Schnee. Die eine ist die nette Glühwein-Verkäuferin vom Nachnmittag. Unter dem Arm einen Tannenbaum

„Ich hab ihnen eine schöne Tanne mitgebracht. Hab gehört, dass Sie noch einen brauchen."

Und schon wieder eine Person im Schnee - Es Waltraud Ehlert. Der kleine Bochumer hatte ihr die Einkäufe heim getragen.

„Hörn se ma, ich hab hier ein paar Geschenke für die, die wa untern Baum packen können. Ach hier riechts ja lecker..lassen se mich ma rein."

Vier Tage lang hat der kleine Bochumer versucht seine Weihnachtseinkäufe zu erledigen - und Tag für Tag kam ihm etwas dazwischen; nämlich eine gute Tat. Jetzt sitzt er daheim, mit freundlichen Menschen, einem wunderschönen Christbaum, einem köstlichen Essen, Weihnachtsmusik und Lebkuchen. Der kleine Bochumer setzt sich in die besinnliche Runde und lächelt. Er seufzt zufrieden und denkt: Wer anderen hilft, beschenkt sich selbst.

ENDE


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