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Veranstaltungskalender

Fotocredit: Veranstalter

GERWALD ROCKENSCHAUB / industry (out-of-body brush-up)


Kurzbeschreibung:
Zur ersten Ausstellung in diesem Jahr dürfen wir den österreichischen Künstler Gerwald Rockenschaub begrüßen zu dürfen.
Für die Ausstellung in unserem Projektraum in Bochum wird Gerwald Rockenschaub eine Arbeit vor Ort realisieren.

Detailbeschreibung:
Gerwald Rockenschaub, österreichischer Künstler und Teilnehmer der documenta 12, wird von der Kunstgeschichte dem “Neo-Geo“ zugeordnet, einer Kunstrichtung, die sich in den achtziger Jahren vehement gegen die figurativ-expressive Malerei der Post-Moderne positionierte. Der minimal-art oder den „primary-structures“ verwandt, reduziert sie auf farbig gefasste geometrische Grundformen, blendet Handschriftlichkeit und Subjektivität aus und verzichtet bewusst auf die tradierte Deutungshoheit des Kunstwerkes.
Wichtig für G.R. ist die Dekonstruktion des Bildbegriffs, indem er das klassische Bildgeviert überschreitet, neue (technische) Materialien einbezieht (Folien, Vinyl, Plexiglas..), Zweidimensionales und Dreidimensionales verknüpft, sowie Grenzen zwischen bildhaften und designhaften Formen ironisierend verwischt.

Indem G.R. (ab 1987) den Raum als Ausgangspunkt seines künstlerischen Arbeitens begreift, lässt er sehr deutlich den engen Stilbegriff des Neo-Geo hinter sich. Jegliche Form-, Farb-, und Materialentscheidungen ergeben sich aus der Begegnung mit dem Raum, haben nur hier Bestand. Am Computer mit einfachen Malprogrammen entworfen, aus „kunstfremden“ Materialen technisch produziert, mit abrufbaren Industriefarben eingefärbt, konterkarieren seine Arbeiten so überdeutlich tradierte Vorstellungen von künstlerisch/individueller Gestaltung und Deutung.
Es geht dem Künstler um Interventionen im Raum, um das Aufbrechen, Befragen oder Irritieren tradierter Wahrnehmungs- Rezeptions- und Kommunikationsmuster.

Während andere Raum-Künstler deutlich auf vorhandene Raummaße, Proportionen und Strukturen Bezug nehmen und diese auch und vor allem visuell übersetzen, gestaltet er den Raum mit seinen Interventionen nicht um – überlässt er so dem Betrachter mehr Raum für eigene Erfahrungen.
Die Garagen des ADHOC-Raumes geht G.R. durch „immer-gleiche“ (!) quadratische Elemente an; er vermeidet in der Zuordnung jegliche Figur-Grund-Dualität, generiert vielmehr einen lockeren Rhythmus, setzt Akzente, ohne den Betrachter zu „führen“.
Seine 36 (3x12) Plexiglas-Quadrate gehen nur in Ansätzen auf die Vorgaben des Raumes ein, um sie dann umso bewusster zu unterlaufen – sie bestätigen visuelle Strukturen und heben sie zugleich auf; und an genau diesem Punkt geht es dann auch um die generelle Thematisierung der Betrachter-Rolle.

Datum:
Beginn: Freitag, 12. April 2019 um 19:00
Ende: Sonntag, 28. April 2019 um 19:00

Eintritt:
Kein Eintritt

Veranstaltungsort:
adhoc

Adresse:
Schmidtstr. 35, 44793, Bochum


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