Gesundheitsamt Bochum über Corona in der Erkältungszeit

In der bevorstehenden Erkältungszeit stecken sich auch in Bochum wieder mehr Menschen mit grippalen Infekten, aber auch mit dem Coronavirus an. Wie jeden Herbst und Winter infizieren sich vor allem Kinder wieder mehr mit dem RS-Virus. Grundsätzlich gelten werden ähnliche Schutzmaßnahmen wie während der Coronazeit der letzten Jahre empfohlen. Darüber haben wir von Radio Bochum mit dem Bochumer Gesundheitsamt gesprochen. Eine Masken- oder Isolationspflicht scheint dabei vorerst ausgeschlossen.

© pop3 - Fotolia

Bochum: Herbst läutet Erkältungszeit ein

In Deutschland und damit auch in Bochum hat am Samstag (23.09.) der kalendarische Herbst begonnen. Meteorologisch ist der Sommer schon seit dem 01. September vorbei. Vor allem am frühen Morgen ist es mittlerweile spürbar kühl. Das kältere Wetter bringt auch die Erkältungszeit mit sich: mehr Menschen stecken sich beispielsweise mit der Grippe oder auch mit grippalen Infekten an. Auch mit dem Coronavirus stecken sich in Bochum noch Menschen an. Zu den häufigsten Symptomen zählen Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber.

Bochumer Gesundheitsamt hält Corona-Maskenpflicht für nicht absehbar

Seit Beginn der Corona-Pandemie 2020 galt deutschlandweit vielerorts die Maskenpflicht. Zu dieser Zeit sind die Zahlen der Influenza-Infizierten, laut der Stiko (Ständige Impfkommission), gesunken. Durch das Tragen von Masken steckten sich weniger Menschen mit dem Grippevirus an. Die Zahlen der Grippe-Erkrankten stieg zu Beginn diesen Jahres wieder an und ähnelten dann den Zahlen aus 2019, nachdem die ersten großen Lockerungen der Maskenpflicht erlassen wurden.

Laut der Amtsleiterin des Gesundheitsamtes Bochum, Frau Dr. Cordula Kloppe, wäre somit also ein Einfluss durch die Maske zu erkennen. Trotzdem verschlechtert die Maske unser Immunsystem nicht grundlegend.

,,Nein. Also dafür ist das sicherlich viel zu komplex, als dass man behaupten könnte, dass nur durch die Maske das Immunsystem beeinflusst werden könnte." - Dr. Cordula Kloppe, Amtsleiterin Gesundheitsamt Bochum

Auch eine mögliche Wiedereinführung der Maskenpflicht sei laut Dr. Cordula Kloppe nicht absehbar. Medizinisch würde man darüber erst nachdenken, wenn die Corona-Mutation sich weiter verändert, sodass sie zu dramatischeren Verläufen bei Betroffenen führe.

Ähnliches gilt für die Isolationspflicht:

,,Im Moment gibt es keinen Anhalt dafür, dass Corona, in der Variante die wir aktuell haben, zu schweren Verläufen führt. Von daher gibt es da aktuell überhaupt keine Notwendigkeit drüber zu diskutieren.´´ Dr. Cordula Kloppe

Wer sich dennoch weiterhin gegen Erkältungen oder gegen Corona schützen möchte, der kann sich auf einfache Schutzmaßnahmen, wie Abstand halten, berufen. Im Falle einer Krankheit wird dazu geraten zu Hause zu bleiben und auch Hygiene-Maßnahmen, wie gründliches Händewaschen, können im Fall einer Krankheit sinnvoll sein.

Für Menschen über 60 Jahren empfiehlt die Stiko weiterhin die Grippeimpfung. Für die Impfauffrischung gegen Corona gilt ähnliches: Menschen über 60, Risikogruppen und Schwangere sollten ihre Corona-Impfung auffrischen lassen, vorausgesetzt sie hatten dieses Jahr noch keine Corona-Infektion. Hausarztpraxen in Bochum können seit dem 18.09 den neuen angepassten Corona-Impfstoff bestellen.

RS-Viren auch bei vielen Bochumer Kindern

Kinder und Säuglinge haben sich in den letzten beiden Jahren häufiger mit dem RS-Virus angesteckt. Das ergab eine Studie des Robert Koch-Instituts. Der RS-Virus kann grundsätzlich den Erkältungsviren zugeordnet werden. Speziell befällt der Virus die Lunge und führt zu Atemwegsinfektionen. Grundsätzlich sind Kinder aufgrund eines schwächeren Immunsystems anfälliger für eine Infektion mit dem RS-Virus als Erwachsene. Dass die Zahlen der RSV-Infizierten von Kindern vergangenen Herbst und Winter überdurchschnittlich hoch waren, kann auf Corona-Maßnahmen wie zum Beispiel ,,Socialdistancing´´ zurückgeführt werden.

"2020 hatten wir eigentlich überhaupt keine RS-Viren, hatten wir alle überhaupt gar keine Viren durch die Corona-Pandemie bedingt und wir dadurch natürlich auch einfach keine Kontakte hatten. Und dann kamen tatsächlich 2021 und 2022 durch die Lockerungen und dann letztendlich auch letztes Jahr durch endgültig Abklingen der Pandemie doch ganz viele Nachholinfekte und auch entsprechend Erkrankungen. Letztes Jahr war´s schon sehr sehr heftig.´´ - Dr. Claudia Simon, Bochumer Kinder- und Jugendärztin

Ob diese Erkältungssaison noch eine stärkere Grippewelle oder wieder viele RS-Viren auf uns zukommen, das wisse Claudia Simon nicht. Trotzdem erwarte sie einen relativ normalen bis etwas stärkeren ,,Infekt-Winter´´. Sie betont auch, dass Kinder durchaus krank werden dürfen. Durch Infekte wird das menschliche Immunsystem trainiert. Ein solches Training kann sich mildernd auf zukünftige Infekte bei Kindern auswirken.

Weitere Meldungen

skyline