Probleme und Lösungen des Wohnungsmarktes in Bochum

Die Mieten steigen! Egal ob in Berlin, München oder Köln, das Wohnungsangebot in Deutschland gilt seit Jahren als knapp. Auch in Bochum ist die Situation des Wohnungsmarktes angespannt. Betroffen sind in Bochum davon vor allem Menschen mit geringen Einkommen. Abhilfe soll ein neues Konzept schaffen: Der Rückkauf der sogenannten Belegungsrechte.

© VBW Bauen und Wohnen

Bochum: Rückgang von Sozialwohnungen

Nur 6% aller Bochumer Wohnungen sind öffentlich-gefördert. Die Quote sinkt dabei seit Jahren immer weiter. Die Gründe hierfür sind vielfältig. So hinterlassen hohe Rohstoffpreise und der Fachkräftemängel deutliche Spuren. Aber eine markante Ursache sticht besonders heraus und hängt damit zusammen, wie Sozialbauwohnungen finanziert werden, so Richard Hoffmann. Er ist Pressesprecher des Mietervereins Bochum.

Sozialwohnungen werden es ja dadurch, dass sie beim Bau öffentlich gefördert werden. Der Bauherr bekommt vom Staat ein Teil des Geldes, das er zum Bauen braucht, und dieses Geld zahlt er in einem Zeitraum X, meistens 15 bis 20 Jahre, wieder zurück. Und die Zeiten wo Sozialbauwohnungen noch in großer Stückzahl gebaut wurden, sind vorbei (Aichard Hoffmann - Pressesprecher des Mietervereins Bochum)

Das Geld für den Bau von Sozialbauwohnungen bekommt ein Bauherr meist in Form von Darlehen, die oft preiswerter sind als marktübliche Zinsen. Dadurch sollen Investoren angelockt werden. In Zeiten von Nullzinsen war aber selbst der billige Darlehen nicht attraktiv genug. Übrig bleibt eine große Lücke an Sozialbauwohnungen.

Bochum in Vorreiterrolle

Um diese Lücke an Wohnungsraum zu füllen, wurde in Bochum bundesweit das erste Mal ein neues Konzept ausprobiert: Der Rückkauf von Belegungsrechten. Diese Rechte verpflichten den Bauherrn die Sozialbindung der Wohnungen aufrechtzuerhalten, solange der Darlehen noch nicht zurückgezahlt wurde. Das bedeutet, in dieser Zeit ist der Mietpreis gedeckelt und nur Menschen aus bestimmten Einkommensgruppen dürfen diese Wohnung beziehen. Im Auftrag des NRW-Bauministeriums wandelt nun die Vereinigte Bochumer Wohngesellschaft (kurz: VBW) 474 ihre frei finanzierten Wohnungen in Sozialbauwohnungen um. Dadurch gilt die Sozialbindung für weitere 10 Jahre. Bereits heute sind 40% des Bestandes der VBW-Wohnungen öffentlich-geförderte Wohnungen. Dieser Anteil soll bis 50% steigen. Durch den Rückkauf von Belegungsrechten soll sich dieser Quote angenähert werden, um die Wohnungsnot von Menschen mit niedrigen Einkommen in Bochum lindern.

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